In Saarlouis gibt es jetzt eine Artothek als Ausleihe für Bilder

Kunst zum Ausleihen : Eine Leihbücherei für Bilder

Es kann sehr teuer sein, Kunst zu kaufen, muss es aber nicht. Und fast gar nichts kostet es, sich Kunst einfach auszuleihen. Wie jetzt in Saarlouis.

Fast rührend, wie der 89-jährige Bildhauer Prof. Leo Kornbrust, einer der Großen in der saarländischen Kunstszene, seine guten Wünsche fürs Gelingen der Artothek in Saarlouis auf den Weg brachte. Er erinnert Professor Jo Enzweiler, der die Artothek aufbaut, an eine seiner Eisenskulpturen und schreibt am 16. November mit Hand: „Ich habe diese kleine Arbeit in Erinnerung. Nimm sie für deine Artothek.“

Nun also steht diese kleine Eisen­skulptur im Ausstellungsraum des Instituts für aktuelle Kunst in Saarlouis - und kann ab sofort ausgeliehen werden. 30 Euro für ein halbes Jahr für Privatleute, 50 für Firmen. Wie ein paar weitere Skulpturen und bis zu 1500 Grafiken, Plakate und Zeichnungen. Das ist die Artothek. Eine Bibliothek für die Künste, lateinisch artes.

Die Kunst-Leihe bietet sich für das Institut von selbst an. Hier wird wissenschaftlich akribisch Wissen über vor allem zeitgenössische Kunst im Saarland gesammelt und aufbereitet als Künstlerlexikon im Internet. Eine eigene Forschungsstelle archiviert Nachlässe regionaler Künstler. Und das Institut ist der Hochschule der Bildenden Künste Saar eng verbunden, denn es ist ihr angeschlossen. Aus den Nachlässen, aus den Arbeiten von Professoren und Studenten der Hochschule und aus einer größeren privaten Spende hat das Institut ausgesucht, was es zur Leihe anbietet. 200 Werke sind bis März ausgestellt, als Beispiele, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

So funktioniert die Ausleihe: Die eigentliche Artothek mit am Ende 1500 Werken regionaler wie internationaler Künstler steht im Internet. Dort schaut man sich an, was zur Leihe angeboten wird. Man kreuzt das Kunstwerk seiner Wahl an und füllt ein Leihformular aus. Im Institut holt man das Bild oder die Skulptur anschließend ab, die Bilder werden dort mit einfachen Rahmen versehen.

Die 30 respektive 50 Euro werden an Ort und Stelle bezahlt. Versichert sind die Werke über die Hausratversicherung dessen, der ausleiht. Für sie spielt der Wert des Werkes eine Rolle, er wird ebenfalls angegeben. Die Gebühr indes ist immer dieselbe. Jo Enzweiler, der Leiter des Instituts, verfolgt mit der Artothek drei Ziele. „Sie macht anschaulich, was wir hier im Institut eigentlich machen, sie hilft, Kunst in die Gesellschaft zu vermitteln, und sie ermöglicht Kunst in der eigenen Wohnung auch ohne großen finanziellen Aufwand.“ Das Institut bietet auch Geschenkgutscheine für eine solche Ausleihe an.

Artothek im Institut für Aktuelle Kunst im Saarland, Choisyring 10, Saarlouis, Tel. (0 68 31) 460 530. Geöffnet mittwochs und donnerstags, jeweils 14 bis 18 Uhr.

Mehr von Saarbrücker Zeitung