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Kunst zum Ausleihen
Die Bibliothek der Bilder

Prof. Jo Enzweiler (links) und Prof. Harald Hullmann, Direktor und stellvertretender Direktor des Instituts für aktuelle Kunst im Saarland, zeigen Kunst zum Ausleihen.
Prof. Jo Enzweiler (links) und Prof. Harald Hullmann, Direktor und stellvertretender Direktor des Instituts für aktuelle Kunst im Saarland, zeigen Kunst zum Ausleihen. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Es kann sehr teuer sein, Kunst zu kaufen, muss es aber nicht. Und fast gar nichts kostet es, sich Kunst einfach auszuleihen. Wie jetzt in Saarlouis. Von Johannes Werres

Fast rührend, wie der 89-jährige Bildhauer Prof. Leo Kornbrust, einer der Großen in der saarländischen Kunstszene, seine guten Wünsche fürs Gelingen der Artothek in Saarlouis auf den Weg brachte. Er erinnert Prof. Jo Enzweiler, der die Artothek aufbaut, an eine seiner Eisenskulpturen und schreibt am 16. November mit Hand: „Ich habe diese kleine Arbeit in Erinnerung. Nimm sie für deine Artothek.“


Nun also steht diese kleine Eisenskulptur im Ausstellungsraum des Instituts für aktuelle Kunst in Saarlouis - und kann ab sofort ausgeliehen werden. 30 Euro für ein halbes Jahr für Privatleute, 50 für Firmen. Wie ein paar weitere Skulpturen und bis zu 1500 Grafiken, Plakate und Zeichnungen. Das ist die Artothek. Eine Bibliothek für die Künste, lateinisch artes.

Die Kunst-Leihe bietet sich für das Institut von selbst an. Hier wird wissenschaftlich akribisch Wissen über vor allem zeitgenössische Kunst im Saarland gesammelt und aufbereitet als Künstlerlexikon im Internet. Ein eigene Forschungsstelle archiviert Nachlässe regionaler Künstler. Und das Institut ist der Hochschule der Bildenden Künste Saar eng verbunden, denn es ist ihr angeschlossen. Aus den Nachlässen, aus den Arbeiten von Professoren und Studenten der Hochschule und aus einer größeren privaten Spende hat das Institut ausgesucht, was es zur Leihe anbietet. 200 Werke sind bis März ausgestellt, als Beispiele, um sich einen Eindruck zu verschaffen.



Die eigentliche Artothek mit am Ende 1500 Werken steckt im Internet. Dort schaut man sich an, was zur Leihe angeboten wird. Man kreuzt es an und füllt ein Formular aus. Im Institut holt man das Bild oder die Skulptur ab, die Bilder werden dort mit einfachen Rahmen versehen. Die 30/50 Euro werden an Ort und Stelle bezahlt. Versichert sind die Werke über die Hausratversicherung dessen, der ausleiht. Für sie spielt der Wert des Werkes eine Rolle, er wird ebenfalls angegeben. Die Gebühr indes ist immer dieselbe.

Jo Enzweiler, der Leiter des Instituts, verfolgt mit der Artothek drei Ziele. „Sie macht anschaulich, was wir hier im Institut eigentlich machen, sie hilft, Kunst in die Gesellschaft zu vermitteln und sie ermöglicht, Kunst in der eigenen Wohnung auch ohne großen finanziellen Aufwand.“

Das Institut bietet auch Geschenkgutscheine für eine solche Ausleihe an. Eröffnet wird die Artothek am Freitag, 23. November, 18 Uhr. Ausleihen kann man da noch nicht. Bis dahin soll auch die Internetseite freigeschaltet sein.

Artothek im Institut für Aktuelle Kunst im Saarland, Choisyring 10, Saarlouis, Tel. (0 68 31) 460 530.