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In Lebach sinkt die Zahl der Fünftklässler schon

In Lebach sinkt die Zahl der Fünftklässler schon

Saarlouis. Die um zehn Prozent auf 1652 erhöhte Zahl der neuen Fünftklässler 2012/13 an den kreiseigenen weiterführenden Schulen enthält auch das Saldo einer Wanderungsbewegung. 96 Viertklässler wechselten auf eine Schule außerhalb des Kreises (plus 20 an eine Privatschule).Aber 188, als 72 mehr, kamen von außerhalb an eine Kreisschule: 167 an Gymnasien, 21 an Gemeinschaftsschulen

Saarlouis. Die um zehn Prozent auf 1652 erhöhte Zahl der neuen Fünftklässler 2012/13 an den kreiseigenen weiterführenden Schulen enthält auch das Saldo einer Wanderungsbewegung. 96 Viertklässler wechselten auf eine Schule außerhalb des Kreises (plus 20 an eine Privatschule).Aber 188, als 72 mehr, kamen von außerhalb an eine Kreisschule: 167 an Gymnasien, 21 an Gemeinschaftsschulen.

Einen Grund für den Überhang sieht Landrat Patrik Lauer darin, dass der Kreis das Schulentwicklungsprogramm "Gemeinsam Schule gestalten" vorantreibe, das Anziehungskraft entwickle. Ansatz: Schüler verbringen immer mehr Zeit an den Schulen. Sie bestimmen zu einem großen Teil selbst mit über die Gestaltung von Aufenthaltsräumen, Essensangeboten, Bewegungsangeboten und holen verstärkt Vereine in die Schulen, wie die Projektleiterin Natalie Sadik unterstreicht, das Programm werde in Fachkreisen bundesweit stark beachtet. Es läuft an derzeit 21 Schulen im Kreis.

Aufs Gymnasium gehen imneuen Schuljahr 805 Fünftklässler. Das sind 48, 7 Prozent, zwei Prozent mehr als vergangenes Jahr. Der Zuwachs um rund 100 verteilt sich sehr unterschiedlich. Auf die beiden Lebacher Gymnasien gehen jetzt 219 Fünftklässler, 25 weniger als im Schuljahr davor; in Lebach sank auch die Zahl der Neuen an der Gemeinschaftsschule leicht. Das Dillinger Gymnasium (114) zählt knapp 20 mehr als vorher - das liegt an der Auflösung der Integrierten Gesamtschule dort. Saarlouis sieht in diesem Schuljahr an seinen drei Gymnasien 472 Fünftklässler, das sind 86 mehr.

Verteilung in Saarlouis

Das Max-Planck-Gymnasium Saarlouis nahm mit 160 Fünftklässlern 14 weniger auf als zum Schuljahr 2011/12. Das hatte Platzgründe. 45 Interessenten konnten nicht mehr aufgenommen werden. Davon profitierte das Stadtgarten-Gymnasium, das 2011/12 noch 105 Schüler aufnahm, zum aktuellen Schuljahr aber 169. Auch das Robert-Schuman-Gymnasium nahm welche auf. Es hat jetzt 143 Fünftklässler; vergangenes Schuljahr waren es noch 107 gewesen.

In Lebach nahm das Geschwister-Scholl-Gymnasium (mit Angebot Latein plus) rund 20 mehr, das benachbarte Johannes-Kepler-Gymnasium dagegen rund 20 weniger neu auf. "Das sind wiederkehrende Wellenbewegungen", analysiert Schulamtsleiterin Margit Jungmann.

Meinung

Jonglieren mit

einem dicken Thema

Von SZ-RedakteurJohannes Werres

Landrat Patrik Lauer wünscht sich, dass der Kreis auch künftig in jeder Kommune mindestens einen mittleren Bildungsabschluss anbieten kann. Dieser politiche Wille muss zusammenpassen mit der Tendenz, dass große Schulen eher mehr neue Schüler anziehen als kleine. Es muss aus finanziellen Gründen zusammenpassen. Und da ist die letztlich politische Frage, welche Fremdsprache, Englisch oder Französisch, als erste angeboten wird. Schulpolitik ist Jonglieren mit politischem Willen, Geld und Prognosen von Schülerzahlen und Elternwillen.

Gleichzeitig betrachten sich die Schulen, groß oder klein, als im Wettbewerb. Das begünstigt den Willen des Kreises, seinen Einfluss nicht nur im Bauerhalt auszuüben. Er modelliert mit an Schule als Lebensumfeld über den Unterricht hinaus. Mit Ganztagsschulen oder dem Projekt "Gemeinsam Schule gestalten". Das ist nicht Spielerei, sondern Einüben der jungen Leute in gesellschaftliche Verantwortung. 92 Prozent seines Bauhaushaltes, 5,2 Millionen Euro, gibt der Kreis 2012 für die Schulen aus. Nicht nur wegen solcher Größenordnungen ist Schulpolitik im Kreis in den nächsten Jahren ein dickes Thema.