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Turnen
In finaler Mission unterwegs

Maxim Kovalenko vom TV Bous turnt mit der Nachwuchsriege der TG Saar um den DM-Titel.
Maxim Kovalenko vom TV Bous turnt mit der Nachwuchsriege der TG Saar um den DM-Titel. FOTO: Karl Steinmetz
Bous/Ludwigsburg. Die Nachwuchsriege der TG Saar kämpft in Ludwigsburg um die deutsche Meisterschaft. Einige Stunden später folgen die Aktiven. Von Roland Schmidt

Die Teilnahme an einem Finale um die deutsche Meisterschaft ist für jeden Sportler ein Traum. Ein Traum, der für fünf Turn-Talente aus der Region an diesem Samstag ab 8 Uhr in der Ludwigsburger MHP-Arena Realität werden wird. Daniel Mousichidis (12) vom TV Schwalbach sowie Moritz Steinmetz (12), Joshua Maul (16), Finn Schneider (13) und Maxim Kovalenko (12) vom TV Bous gehören zur Nachwuchsriege der TG Saar, die sich an allen drei Wettkampftagen der Deutschen Turnliga (DTL) Rang fünf erkämpft und so für das Jugendfinale der Top-Fünf qualifiziert hat.


Beim TV Bous turnen auch Eugen Spiridonov, Ivan Bykov und Waldemar Eichorn, die abends mit der TG Saar I gegen die KTV Straubenhardt an gleicher Stelle um den Titel bei den Männern kämpfen. Eichorn ist drittbester DTL-Punktesammler bei den Aktiven und Trainer der TG-Nachwuchsriege – also doppelt gestresst. Als Nationalturner und Aktivposten der TG Saar hat der 31-Jährige etliche Titelkämpfe, Weltcups und Europameisterschaften bestritten. „Da habe ich Routine. Der Auftritt als Jugendtrainer bei einer deutschen Meisterschaft ist für mich neu und aufregend. Ich muss schauen, dass die Jungs konzentriert bleiben und werde ihnen Tipps und Hilfestellungen geben“, sagt der deutsche Meister am Pauschenpferd von 2016.

Stark wie sein großes Vorbild turnte auch Maxim Kovalenko in der Jugend-Bundesliga. Am Boden glänzt der Turn-Floh mit einem Doppel-Salto rückwärts gebückt, was in seinem Alter außergewöhnlich ist. Die Rad-Wende mit halber Drehung und Doppel-Salto vorwärts hebt er sich fürs Finale auf. „Ich will den Doppel-Twist in die Übung einbauen und am Sprung den Tsukahara gehockt mit ganzer Schraube stehen“, kündigt Maxim zwei Höchstschwierigkeiten an. „Wir sind stolz, dass wir beim ersten Liga-Start so gut mithalten können. Das hätten wir nie gedacht“, sagt der junge Bouser und strahlt. Gegen die Top-Teams aus Cottbus, Berlin oder Frankfurt wird das nicht reichen. Der TG-Kader ist noch nicht soweit, aber ein Podiumsplatz war ohnehin nicht das Ziel — noch nicht. „Die Jungs brauchen Wettkampfpraxis. Sie konnten in ihrer ersten Bundesliga-Saison Erfahrungen sammeln und schon mal sehen, wo sie im Vergleich mit den Besten stehen“, sagt Eichorn und formuliert ein realistisches Ziel: „Gebt alles und versucht im Finale, ein Team hinter euch zu lassen.“