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Klinik-Radio
Immer wieder montags in der Klinik

Walter Schäfer, Günter Augst und Horst Gehl (von links) geben dem Klinikradio in St. Elisabeth ihre Stimme. Im Hintergrund hält Waltraud Gehl die Fäden zusammen.
Walter Schäfer, Günter Augst und Horst Gehl (von links) geben dem Klinikradio in St. Elisabeth ihre Stimme. Im Hintergrund hält Waltraud Gehl die Fäden zusammen. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
Saarlouis. Wunschkonzert, Mutmacher und Gruß-Kurier: Das Klinikradio des Marienhaus-Klinikums St. Elisabeth in Saarlouis wird 25 Jahre alt. Es ist eine Art Familienbetrieb. Von Carolin Merkel

„Manchmal werde ich gefragt, wo ich im Krankenhaus denn arbeite“, verrät Theresia Gehl und schmunzelt. Sie und ihr Mann Horst sind sehr oft im St. Elisabeth Krankenhaus, engagieren sich ehrenamtlich. „Ich sage dann immer, dass ich als Ehrenamtliche hier bin“, erzählt sie und verblüfft damit Patienten und Angehörige gleichermaßen. Sehr viel Zeit verbringen die beiden, die dem Freundes- und Förderverein St. Elisabeth angehören, seit mehr als 30 Jahren im Krankenhaus. „Ich bin seit 33 Jahren im Förderverein, war sechs Jahre Schriftführerin und bin jetzt 27 Jahre Vorsitzende“, erzählt Theresia Gehl.


Im Rahmen ihrer Arbeit für den Förderverein ist das Klinikradio ihr Kind, das sie vor 25 Jahren auf die Welt gebracht hat. „Ich war damals selbst im Krankenhaus und habe mir gedacht, es wäre doch schön, wenn es ein Musikprogramm ganz ohne Werbung gäbe“, erinnert sie sich an ihre Anfangsidee. Seit vielen Jahren kommt dieses überaus bunt gemischte Programm, das den Patienten den Klinikalltag ein wenig erhellen soll, 24 Stunden aus dem Senderaum, in dem das Team um Familie Gehl wirkt.

Früher mit einem CD-Wechsler, heute mit einer Speicherkarte hat Horst Gehl das möglich gemacht. Aus der Idee seiner Frau wurde die Umsetzung, es folgte im Jahr 1993 die Premierensendung, nun steht das 25-jährige Jubiläum an. Dass das mit der 888. Montagssendung zusammenfällt, erklärt Theresia Gehl, ist ein schöner Zufall.

„Immer wieder montags“ – so könnte man umschreiben, was jede Woche in dem kleinen Studioraum in der ersten Etage der Klinik passiert. Wobei, die Arbeit, erklärt Horst Gehl, beginnt bereits am Sonntag. „Dann gehen wir auf die Zimmer und fragen nach den Musikwünschen der Patienten“, erzählt er. Das sei, ergänzt seine Frau, manchmal gar nicht so einfach. So entpuppte sich das Lied vom Clown nach mehreren Gesprächen und langem Suchen als der beliebte „Bajazzo“.

Aufgeben bei der Suche, sagt Theresia Gehl, kommt nicht in Frage, auch nicht, wenn einmal ein Titel in der scheinbar unendlichen Sammlung von CDs im Studio fehlen sollte.



Der „Bajazzo“ stand vergangenen Montag bei unserem Besuch der Sendung auf der langen Wunschliste der Patienten. Udo Jürgens, Helene Fischer, Volksmusik, Chorgesang, Kirchenmusik, auch mal Klassik, die Wünsche spiegeln den breiten Musikgeschmack der Patienten. Akribisch wird die Liste von Horst Gehl, der von Günter August und Walter Schäfer, mit 87 Jahren der älteste im Team, unterstützt wird, vorbereitet und abgearbeitet.

Los geht es immer eine halbe Stunde vor Sendestart gegen 15 Uhr. „Dann werden die ersten Patienten angerufen und informiert, dass ihr Lied gleich gespielt wird“, erklärt Gehl. Die Musik kommt aus dem Telefonhörer, mit „Radio 69“ wählen die Patienten, auch die, deren Telefon nicht angemeldet ist, den Sender.

Nicht nur Lieder gehören zum Programm, mit kleinen Texten, aber auch Grüßen aus den Reihen der Angehörigen wird das Klinikradio sehr persönlich. Schließlich gehört nach der Sendung auch ein Besuch bei den Patienten für Theresia Gehl dazu. „Alle bekommen als Dank eine Blume und einen kleinen Spruch“, erzählt sie. Aktuell muss der persönliche Kontakt aufgrund der Grippewelle ausfallen. Auch die geplante Festveranstaltung am Sonntag, 25. März, muss auf Empfehlung der Hygieneexperten lausfallen, wie Gehl erklärt. Sicher sei aber, dass die 888. Sendung am Montag, 26. März den Patienten wieder viel Freude machen wird.