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Freunde historischer Fahrzeuge
Im Winter wird nur an den Mopeds geschraubt

Der harte Kern der Zweirad-Liebhaber trifft sich auch ohne Heizung. Doch ein Mietvertrag würde dem Verein vieles erleichtern.
Der harte Kern der Zweirad-Liebhaber trifft sich auch ohne Heizung. Doch ein Mietvertrag würde dem Verein vieles erleichtern. FOTO: Carolin Merkel
Fraulautern. Die Freunde historischer Fahrzeuge aus Saarlouis laden zum „Zweitakt-Glühweintreffen“ in die alte Feuerwache Fraulautern ein. Von Carolin Merkel

„Wenn sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung mit dem Haus beschäftigt, dann freut uns das sehr“, erklärt Oliver Pfaffmann, Vorsitzender der Freunde historischer Fahrzeuge und Technik Saarlouis. Denn, so sagt er, gab es zwar vor zwei Jahren eine Schlüsselübergabe verbunden mit einem mündlichen Mietvertrag, doch so richtig schwarz auf weiß hat der Verein die Nutzungsbedingungen der alten Feuerwache in Fraulautern nicht.



Nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich ist aktuell die Vereinsarbeit auf Eis gelegt. Eine Heizung gibt es in dem Gebäude nicht, die Temperaturen in Garage und Aufenthaltsraum sind denen draußen fast gleich. „Wir sind ohne Heizung einfach ein Sommerverein. Im Winter können wir allenfalls ein bisschen an den Mopeds schrauben, aber selbst dazu ist es oft zu kalt“, sagt Vereinsmitglied Christian Müller.

Dabei haben die Vorstandsmitglieder viele zündende Ideen und sind auch für Einfälle aus den Reihen der Mitglieder immer wieder dankbar „Anfangs haben wir an den Mopeds geschraubt, später kamen die Computer und die Technik dazu. Jetzt haben wir eine Trommelgruppe und einen Nähkurs“, erzählt Pfaffmann.

Das Angebot war ursprünglich ebenso wenig geplant wie der Verein, der sich vor gut zwei Jahren gründete. Denn eigentlich wollten die Liebhaber alter Technik einfach nur gemeinsam ein bisschen schrauben und voneinander lernen. „Wir haben uns auf die Suche nach Räumlichkeiten gemacht“, erklärt der Vorsitzende. Die waren auch recht schnell gefunden und als optimal befunden. Seit über zehn Jahren stand das Gebäude leer, doch der Charme der alten Mauern hat die Gründungsmitglieder angesprochen. „Allerdings wurde angeregt, dass wir uns als Verein organisieren sollten, was wir auch getan haben“, sagt Pfaffmann.

Ein sinnvoller Gedanke, wollte man doch so schnell wie möglich einen Mietvertrag unterzeichnen. Allerdings, darauf warten die Herren bisher vergebens. Dabei fühlen sie sich überaus wohl, sind in der Nachbarschaft integriert und halten den Garten rund um die ehemalige Feuerwache in Schuss. „Wir würden gerne ein Fenster, das kaputt ist, im benachbarten Teil, der ehemaligen Wohnung des Brandmeisters austauschen, aber ohne Mietvertrag dürfen wir das gar nicht.



Um den Verein, der inzwischen rund 30 Mitglieder hat, weiter voranzutreiben, würden sie gern so richtig anpacken, eine Heizung in Eigenleistung installieren und auch die sanitären Anlagen angehen. „Ich glaube, wir haben den idealen Standort für unsere Vereins­aktivitäten gefunden, wir würden sehr gerne hierbleiben. Doch noch ist das nicht geregelt und in trockenen Tüchern“, sagt Pfaffmann. Schon bald könnte ein Konzept für die Jugendarbeit erstellt werden und auch weitere Kurse im Bereich Programmieren, aber auch im Trommeln, Schneidern oder Kochen angeboten werden.

Um allen Menschen, die den Verein oder auch die Räumlichkeiten noch nicht kennen, die Möglichkeit zu geben, diese kennenzulernen, veranstaltet der Verein am Samstag, 18. November, ab 14 Uhr sein erstes „Zweitakt-Glühweintreffen“. Zu erreichen ist der Verein am besten über den Schulhof der Klosterschule in Fraulautern, „denn eine richtige Adresse haben wir bisher leider auch noch nicht“, sagt Pfaffmann abschließend.