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Kolmne
Im Rückzug vereint – und dann?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Doch, es gibt eine Verbindung zwischen den Ereignissen dieser Woche bei uns. Wir fragten, was denn los ist mit der SPD, die (zumindest in Saarlouis) kraftlos und müde erscheint. In Beaumarais zeichnet sich Streit ab, was mit Pfarrheim und Pfarrhaus geschehen soll, wenn die Kirche sie verkauft, weil die Gemeinden schrumpfen. Und gestern gedachten wir des Grubenbebens, das vor zehn Jahren den Bergbau im Saarland beendet hat.

Das ist die Krise, der gleichzeitige Rückzug dreier Akteure, die untereinander seit dem 19. Jahrhundert durchaus feind waren: Die Schwerindustrie, die Arbeiter ins Elend trieb; die Sozialdemokratie (inklusive Gewerkschaften) und die Kirche, die beiden Akteure, die aus unterschiedlichen Quellen der Gesellschaft eine starke Sozialbindung einprägten.


Diese Sozialbindung ist kein Naturgesetz, sondern erkämpft. Und seitdem immer wieder neu begründet und neu eingefordert Es erschreckt, wenn nun bei den beiden Akteuren, bei SPD wie Kirche, der innere Kern offenbar nicht mehr so leuchtet, dass er einer Gesellschaft einleuchtet, die heute wieder neu zwischen Egoismus und sozialer Verantwortung steht.

Strukturwandel heißt der Vorgang in der Wirtschaft. Etwa, wenn ein Küchenhersteller offenbar nach Saarlouis ziehen und 1200 Arbeitsplätze mitbringen will. Wie der Wandel bei den Kräften heißt, die in Zukunft die Macht zur Begründung sozialer Gerechtigkeit haben – ist offen. Dieser massive (Struktur) Wandel spiegelt sich in kleinen Alltagsvorgängen.