Im Labyrinth des Lebens wandeln

Saarlouis. Umsäumt von Schmetterlingsflieder und Lavendel liegt das Gräberfeld für früh- und tot geborene Kinder. Der Weg führt über ein gepflastertes Labyrinth. Im Zentrum steht der Gedenkstein, an den die Trauer herangetragen werden kann: eine Stele aus beigem Kalkstein, gekrönt von einem gläsernen Kubus

Saarlouis. Umsäumt von Schmetterlingsflieder und Lavendel liegt das Gräberfeld für früh- und tot geborene Kinder. Der Weg führt über ein gepflastertes Labyrinth. Im Zentrum steht der Gedenkstein, an den die Trauer herangetragen werden kann: eine Stele aus beigem Kalkstein, gekrönt von einem gläsernen Kubus. Darin glitzern sternenartige Reflexionen, im Kreis angeordnet - sie stehen für das Geheimnis des Lebens, erklärt Regina Zapp ihren Entwurf für das Grabfeld, das auf dem Friedhof Neue Welt entstehen soll. In bunten Nischen, neben Kinderzeichnungen, können die Angehörigen Erinnerungsstücke oder Kerzen ablegen. Die Urnen werden im Rasen beigesetzt, mit bunten Glassteinen markiert. Ein Teil des Grabfeldes kann von den Angehörigen bepflanzt werden. Auch an drei Bänke ist gedacht.Im Entwurf von Regina Zapp aus Lisdorf sieht die Jury das Thema ideal umgesetzt: "Die Gestaltung mit Glaselementen drückt die Zerbrechlichkeit der betroffenen Eltern aus", heißt es in der Begründung. "Das Auf und Ab eines Trauerweges lässt sich im Nachschreiten des Labyrinths nachvollziehen." Besonders das Beisetzungsritual, das die Künstlerin vorschlägt, begrüßt die achtköpfige Jury besonders: Einen ungeschliffenen Kristall, Sinnbild für das Kind, können die Eltern an der Stele einsetzen lassen oder auch einfach mit nach Hause nehmen. "Dieses Gedenkritual bietet jeder Glaubensrichtung die Möglichkeit, die Trauer zum Ausdruck zu bringen", erklärt Zapp.

Die Entwürfe von Sebastian Langner und Wilhelm-Michael Kasakow erhalten beide einen zweiten Preis, dotiert mit jeweils 500 Euro.

Die Stadt Saarlouis muss nun dem Entwurf noch formal zustimmen. Noch in diesem Jahr soll mit der Umsetzung des Kindergrabfeldes begonnen werden. Rund 18 000 Euro wird das nach Angaben Rolf Friedsams kosten. Dafür ist die Initiative auf Spenden angewiesen, denn auch die späteren Beisetzungen sind mit Kosten von je etwa 180 Euro verbunden, für Eltern soll die Bestattung jedoch kostenfrei sein.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen an das Konto des Vereins "Trauernde Eltern und Kinder im Saarland e.V." unter dem Stichwort "Kindergrabfeld", Kontonummer 200 678 209, bei der Kreissparkasse Saarlouis.