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Im DRK-Krankenhaus: Schüler auf Entdeckertour zu Pflegeberufen

Entdeckertour : Am besten selber anschauen, wie es ist

Pflege als Beruf? Die Arbeitskammer bringt mit „Entdeckertouren“ Schulen und Krankenhäuser zusammen.

Schon mal versucht, mit richtig dicken Handschuhen einen Trinkbecher zielsicher zum Mund zu führen? Oder dünne Gummihandschuhe auszuziehen, ohne die farbverschmierten Außenflächen zu berühren? Mit praktischen Übungen erlebten am Dienstagvormittag rund 50 Schülerinnen und Schüler an der DRK-Klinik Saarlouis den Alltag von Pflegeberufen.

Dazu hatten etwa 20 Schülerinnen der Pflegeschule der DRK-Schwesternschaft Rheinland-Pfalz – Saar fünf Stationen aufgebaut. Die waren Teil der „Entdeckertouren Pflege“. Dafür hatte die Arbeitskammer des Saarlandes fünf Kliniken gewinnen können und neun weiterführende Schulen. Insgesamt nahmen rund 240 Schülerinnen und Schüler aus achten und neunten Klassen daran teil.

In Saarlouis demonstrierten Michelle Messinger und Gülfer Ercan den Umgang mit einer Spritze an einer Apfelsine. Svenja Hewer und Lara Scherer zeigten, wie man Schutzkleidung auszieht, ohne sich zu infizieren. „Das ist wichtig, damit wir uns nicht selbst anstecken.“

Am Krankenbett gab Anica Lehmann Einblicke in den Umgang mit bettlägerigen Menschen. Dabei werde möglichst wenig gehoben. Es gelte vielmehr „die Bewegungen des Patienten zu nutzen“. Mit einfachen Mitteln bringe man so den Alltag der Pflege näher, sagte Anne-Rose Wagner-Behr, Lehrerin für Pflegeberufe in Saarlouis und zuständig für Pflegenachwuchs.

Als „eine Premiere“, bezeichnete das Isabel Winzer, Referentin der Arbeitskammer. Den Rahmen dafür bereiteten das Universitätsklinikum Homburg, die SHG Klinik Merzig, das Diakonie Klinikum Neunkirchen, das Klinikum Saarbrücken und zum Abschluss die DRK-Klinik Saarlouis. Das Ziel der vom 17. bis 25. Juni gelaufenen Aktion stellte Beatrice Zeiger dar, Geschäftsführerin der Arbeitskammer. Es gehe darum, „mehr junge Leute für Pflegeberufe zu begeistern“ und über die zahlreichen Möglichkeiten zu informieren. Denn Pflege gilt bei vielen jungen Leuten nicht gerade als Traumberuf.

Am Dienstag gab es denn auch gemischte Reaktionen auf die Entdeckertour. Zwar hätten sie an diesem Vormittag „viel Neues“ erlebt, sagte Abdala. Und „jetzt kann ich verstehen, wie das ist, wenn man nichts mehr sieht“. Aber dieser Beruf sei nichts für ihn. „Ich mache lieber was mit Autos.“ „Zu eklig“, lehnte auch Giuseppe ab. Das sei nichts für ihn.

Ganz anders die Reaktion von Niklas. „Cooler Beruf!“, meinte der. Das wolle er machen und sich dann spezialisieren. Sein Ziel: „Leuten helfen, die Krebs haben.“

Pflege sei ein breit gefächerter Bereich, erläuterte Pflegedirektorin Barbara Baltus. Das reiche von Alten- und Krankenpflege bis zum Hygienebereich sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre. „Man kann Pflege sogar an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) studieren“, sagte Wagner-Behr.

Interessant sei zudem, dass Pflege im OP-Bereich eine hohe Technisierung aufweise. Genutzt haben die erstmalige „Entdeckertour Pflege“ in der DRK-Klinik Saarlouis unter anderem 15 Teilnehmer der Gemeinschaftsschule am Warndtwald Überherrn.