IHK warnt vor Fehlern bei Etweiterung des Lisdorfer Berges in Saarlouis

Streit um Lisdorfer Berg : IHK: Nicht die Einwohner, die Politik muss entscheiden

Saarländische Industrie- und Handelskammer warnt davor, den Lisdorfer Berg als Industriefläche zu „verspielen“.

Eindringlich hat die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) „vor dem Hintergrund der Strukturkrise in der Automobilindustrie und der aktuellen Diskussion um die Erweiterung des Gewerbegebietes Lisdorfer Berg in Saarlouis an die Politik appelliert, „nicht leichtfertig die Chancen auf Neu-Ansiedlungen zu verspielen.“

In Saarlouis wird derzeit diskutiert, ob auch die landwirtschaftlich genutzte Fläche westlich der B 269 neu als Industriegebiet erschlossen werden soll. Denn die Fläche östlich der Bundesstraße ist fast komplett verplant, nachdem der Küchenbauer nobilia das letzte große Grundstzück gekauft hat.

„Mehr denn je“ sei jetzt „politisches Engagement, vor allem aber ein starker Durchsetzungswille erforderlich, die wenigen geeigneten Flächen in Saarlouis auch tatsächlich für eine gewerbliche Nutzung zu entwickeln und nicht vor den Interessen Einzelner einzuknicken“, sagte IHK-Geschäftsführer Carsten Meier.  „Denn ohne eine frühzeitige, zukunftsgerichtete Flächenvorsorge wird die Industrie auch hierzulande ihre Funktion als Treiber von Innnovation, Wachstum und Beschäftigung einbüßen.“

Vor dem Hintergrund, dass die Ratsfraktionen von CDU und SPD eine Einwohnerbefragung ins Spiel gebracht haben, unterstreicht die IHK, zwar sei es geboten, „bei der Auswahl der geeigneten Standorte noch stärker als bisher für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu werben. Dies müsse in einer repräsentativen Demokratie aber im Rahmen der dafür vorgesehenen Gremien sowie der üblichen Anhörungs- und Beteiligungsverfahren erfolgen. Ad-hoc-Aktionen sind hingegen nicht zielführend – gerade in einer Zeit, in der das Saarland vor großen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen steht.“

„Der Mangel an geeigneten und kurzfristig verfügbaren Flächen“ gerade im Kreis Saarlouis „droht damit zu einer weiteren Wachstumsbremse zu werden. Das Saarland braucht daher Flächen für Ansiedlungen und Erweiterungen in ausreichender Qualität und Quantität. Um die Lage zu entschärfen, ist rasches Handeln auf Landes- und Kommunalebene geboten. Dies wäre ein wichtiger Beitrag für eine pro-aktive Strukturpolitik“, sagte IHK-Geschäftsführer  Carsten Meier.

„Verschärft wird die Gewerbeflächenknappheit im Saarland durch die Umwidmung von bereits planungsrechtlich gesicherten Flächen für den Wohnungsbau, für den  großflächigen Einzelhandel sowie neuerdings auch für Photovoltaik-Anlagen“, scheibt die IHK. „Nach Beobachtung der IHK sind für diese Verwendungen bereits zahlreiche Flächen geopfert worden. „Die IHK appelliert daher an die Entscheidungsträger in den Kommunen, bestehende und planungsrechtlich bereits gesicherte Gewerbestandorte auch dauerhaft für produzierende Betriebe und Logistikunternehmen zu reservieren.“ Was aktuell im Saarland fehle, sei eine große, zusammenhängende Industriefläche von mindestens 50 Hektar mit Top-Standortkriterien, die sofort verfügbar ist.

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