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IG Metall
IG Metall Völklingen zieht positive Bilanz

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Robert Hiry (rechts), gratuliert Lars Desgranges zur Wahl zum zweiten Bevollmächtigten.
Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Robert Hiry (rechts), gratuliert Lars Desgranges zur Wahl zum zweiten Bevollmächtigten. FOTO: Jörg Laux
Roden. Bei der Delegiertenversammlung wurden zudem Kampfansagen an die Arbeitgeber formuliert.

Eine durchweg positive Bilanz zog der erste Bevollmächtigte der IG Metall, Geschäftsstelle Völklingen, bei der Delegiertenversammlung. Vor den 112 erschienen Delegierten ließ Robert Hiry die Betriebsratswahlen 2018 Revue passieren. In der Geschäftsstelle Völklingen waren fast 25 000 Menschen in 51 Betrieben wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 83 Prozent. „Die hohe Wahlbeteiligung ist ein Zeichen dafür, dass die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen mitbestimmen wollen, und dass sie genau wissen, wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, starke Interessenvertreter zu haben“, sagte Hiry. Aktuell sind die Betriebsratswahlen in 50 Betrieben abgeschlossen, in einem Betrieb wird noch gewählt. „Damit konnte gegenüber vor vier Jahren die Zahl der Betriebe von 48 auf 51 gesteigert werden“, sagte Hiry weiter. Fast 95 Prozent der Mandate konnte die IG Metall auf sich vereinigen, das entspricht 361 von 382 vergebenen Mandaten. Hiry betonte die Wichtigkeit von Solidarität und Zusammenhalt innerhalb der Arbeitnehmerschaft.


Dabei werden die E-Mobilität, die Arbeit der Zukunft sowie die Digitalisierung und die damit verbundene Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer die IG Metall weiter beschäftigen. Auch Themen der Arbeitssicherheit und die Integration Leistungsgeminderter und Schwerbehinderter hat die Gewerkschaft auf der Agenda. „Ein immerwährendes Ziel ist, die Tarifbindung in den Betrieben weiter auszuweiten. Dort ist die IG Metall Völklingen sehr erfolgreich unterwegs“, sagte Hiry. Er betonte das Engagement der Gewerkschaft bei der Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen, die nun im Koalitionsvertrag stehe. Dennoch liefen die Arbeitgeber derzeit gegen die echte Parität Sturm und „zündeln am sozialen Frieden“. Vor allem die Forderung der Arbeitgeber nach Deckelung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf insgesamt sechs Wochen pro Jahr, stößt bei der IG Metall auf großen Widerstand. Die IG Metall habe im Jahr 1957 in Schleswig-Holstein 16 Wochen lang gestreikt, um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durchzusetzen. „Das lassen wir uns heute von den Arbeitgebern nicht wieder nehmen“, so die Kampfansage Hirys an die Adresse der Arbeitgeber.

Auch die Forderung der Unternehmen, ihren Anteil auf den halben Zusatzbeitrag der günstigsten wählbaren Krankenkasse zu halten, stelle für die Mehrheit der Versicherten die Parität nicht wieder her. Robert Hiry mahnte stattdessen erhöhte Aufmerksamkeit an, denn es „ist nicht auszuschließen, dass im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens noch versucht wird, das Vorhaben zu Ungunsten der Versicherten zu verändern. Die Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung muss wieder hergestellt werden, das ist mehr als gerecht. Jetzt muss die Bundesregierung liefern.“



In Sachen Mitgliederentwicklung konnte Hiry Positives vermelden. Die Geschäftsstelle Völklingen kann einen Zuwachs von 1,6 Prozent im Vergleich zum Mai 2017 verzeichnen, das entspricht 468 Neumitgliedern. Das führte zu zwei Rekorden. Zum einen hat die IG Metall bei den Ford-Werken in Saarlouis aktuell zum ersten Mal seit Bestehen des Werks mit 7006 Mitgliedern die 7000er Marke überschritten. Zum anderen konnte Hiry vermelden: Mit 29 029 Mitgliedern (Stand 13. Mai 2018) hat die IG Metall den höchsten Mitgliederbestand seit 26 Jahren.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Neuwahl des zweiten Bevollmächtigten der Geschäftsstelle Völklingen. Diese wurde notwendig nach dem plötzlichen Tod von Ferdinand Weidig im April. Er wurde erst auf der letzten Delegiertenversammlung in das Amt gewählt und war zuvor 17 Jahre als Gewerkschaftssekretär der Völklinger Geschäftsstelle tätig. Als seinen Nachfolger nominierte der Ortsvorstand einstimmig den 39-jährigen Energieanlagen-Elektroniker Lars Desgranges, der seit 1995 IG-Metall-Mitglied ist und laut Hiry „die Ochsentour der IG Metall durchlaufen“ hat. Desgranges wurde mit 110 Ja-Stimmen und jeweils einer Nein-Stimme und einer Enthaltung in das Amt des zweiten Bevollmächtigten der IG Metall, Geschäftsstelle Völklingen, gewählt.

(lx)