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Höhepunkt nach der Session

Hülzweiler. Mitten in der Fastenzeit gibt es noch einen Glanzpunkt im Kalender der saarländischen Karnevalsvereine: Sie wetteifern mit tollen Schautänzen um die Gunst des Publikums und der fachkundigen Juroren. Carolin Merkel

Nervös hüpft die 18 Jahre alte Luisa Loch aus Theley von einem Fuß auf den anderen. Noch sind die Tänzerinnen der Picarda Fräsch auf der Bühne im Haus für Kultur und Sport in Hülzweiler und nutzen ihre Chance, die Jury, die direkt vor der Bühne Platz genommen hat, und das Publikum mit ihrem Schautanz zu begeistern. Dann sind die letzten Töne verklungen und Luisa ist mit den weiteren Tänzerinnen der KG Lach mit Theley an der Reihe.

"Ich bin wirklich sehr aufgeregt, schließlich ist das heute mein erstes Turnier überhaupt und ich hoffe so, dass einfach alles klappt", verrät Luisa. Danach lacht und tanzt sie sich zum Thema "Was Frauen wirklich wollen" in die Herzen der Jury. Nach gut vier Minuten ist alles vorbei, Beifall ist der Lohn, dann geht es runter von der Bühne. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden, es hat alles gut geklappt, jetzt mal abwarten, was die Jury sagt", erklärt sie.

Nach der Session, die bekanntlich am Aschermittwoch endet, erhalten die Tänzerinnen und Tänzer aus den saarländischen Karnevalsvereinen bei den Hülzweiler Bollen bereits seit acht Jahren die Gelegenheit, ihre Kostüme noch einmal aus dem Schrank zu holen und sich beim Schautanz-Festival fernab von der fünften Jahreszeit mit der Konkurrenz zu messen. "Wir bieten dieses Turnier, das nach den Regeln des Bundes Deutscher Karnevalsvereine gewertet wird, an, um den Vereinen Gelegenheit zu geben, Wettkampf-Atmosphäre zu schnuppern", erklärt Helmut Schäfer aus Saarbrücken.

Zusammen mit dem Vorstand des Karnevalvereins "Die Bollen" aus Hülzweiler hat er vor acht Jahren das Festival aus der Taufe gehoben. So bietet er neben der neutralen und nachvollziehbaren Bewertung durch die Jury den Trainern und Betreuern auch die Möglichkeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen. "Oft sind es nur Kleinigkeiten, die den Trainern gar nicht auffallen, die man aber leicht abstellen kann und so gleich mehr Punkte erhält", sagt er.

Manöverkritik holt sich auch die Betreuerin der Picarda Fräsch, Sandy Bersweiler, ab. "Er hat gesagt, dass wir unsere Sache ganz gut gemacht haben. Jetzt müssen wir abwarten, ob wir unser Ziel, aufs Treppchen zu kommen, erreichen konnten", erklärt sie. Doch noch muss sie sich, ebenso wie die Truppe aus Theley gedulden.

Mit insgesamt elf Startern sind die Aktiven (über 15 Jahre) der teilnehmerstärkste Wettkampf des Tages. Mit jeweils sieben Teams waren die Jugend und die Junioren an den Start gegangen. Schäfer bescheinigte den Gruppen durchweg eine gute Qualität, sieht Hoffnung für zukünftige Teilnahmen bei den überregionalen Meisterschaften. "Man sieht, dass über Jahre in den Vereinen gute Aufbauarbeit geleistet wird", betont er.

Gute Arbeit geleistet haben auch die Tänzerinnen um Luisa Loch, sie durften sich am Ende über den Sieg freuen, und für die Picarda Fräsch war mit Platz drei ebenfalls das gesteckte Ziel erreicht.


Zum Thema:

Auf einen Blick Die Platzierungen: Jugend (sechs bis zehn Jahre): 1. KG Blau Weiss Steinbach (Ein ganz besonderer Freund), 2. KG 1897 Wadern (Mauerblümchen), 3. KG Saarlouis-Steinrausch Faasend Rebellen (Steinzeit Höhle? Nein Danke!); Junioren (elf bis 15 Jahre): 1. KG 1897 Wadern (Pechvogel-Glück im Unglück), 2. KG Saarlouis-Steinrausch Faasend Rebellen (Nimmerland gehört dir? Niemals!), 3. Gold Blaue Funken Saarwellingen (Marsupilami); Aktive (über 15 Jahre): 1. KG Lach mit Theley (Was Frauen wirklich wollen), 2. KG Saarlouis-Steinrausch Faasend Rebellen (Das eiskalte Herz), 3. KV de Picarda Fräsch (Wie krieg ich nur den Schluckauf weg?) Männer: 1. KV Die Daaler Neunkirchen (Alpenwelt). cim