Dienstantritt OB Demmer: Heute hat OB Peter Demmer seinen ersten Arbeitstag

Dienstantritt OB Demmer : Heute hat OB Peter Demmer seinen ersten Arbeitstag

Der 57-jährige Sozialdemokrat fängt mit einer guten Nachricht an: 800 000 Euro weniger Kreisumlage für Saarlouis.

Peter Demmer, 57, SPD, nimmt heute seine Arbeit als Oberbürgermeister von Saarlouis auf. Was er als OB vorhat, will er aber erst am 31. Januar sagen: beim Neujahrsempfang der Stadt Saarlouis.

Herr Demmer, wie ist Ihre Stimmung zum Dienstantritt als Oberbürgermeister von Saarlouis?

Demmer Zweigeteilt. Ich werde oft gefragt: Bist Du nervös? Die Antwort ist: Nein. Roland Henz hat ein bestelltes Haus hinterlassen. Ich war in den vergangenen Wochen viel im Rathaus unterwegs und treffe auf durchweg engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geteilt ist die Stimmung, weil mein Freund Roland nicht mehr da ist. Ich kann auf seinen Rat nicht mehr zurückgreifen. Ich muss mir zur Amtsübernahme vieles selbst aneignen, was er so eigentlich nicht wollte. Aber das Schicksal hat es anders gewollt.

Mit welchen Gefühlen treten Sie Ihre Aufgabe als Vorgesetzter an?

Demmer Man hat Verantwortung für 650 Leute, wobei ich noch nicht alle kenne, mich aber bemühen werde, alle kennen zu lernen. Meine Bürotür wird immer offen stehen, wie es auch bei meinem Vorgänger war.

Was haben Sie in den vergangenen Wochen mit Blick auf die Amtsübernahme getan?

Demmer Ich hatte am 15. Dezember meine letzte Schicht bei der Polizei. Ich habe nach dem Tod von Roland Henz das Büro gesichtet und geräumt. Welche wichtigen Akten stehen noch da? Da habe ich angefangen, mich einzulesen. Das Büro wurde gestrichen, die Büroausstattung hat sich geändert. Und ich habe mit allen Amtsleitern persönliche Gespräche geführt. Ich war zwar 20 Jahre lang als Stadtrat im Rathaus unterwegs, aber da geht es ja nicht unbedingt um Details des alltäglichen Verwaltungsablaufs. Ich kann mich ja heute nicht einfach hinsetzen und sagen: Jetzt fangen wir an. Das funktioniert so nicht. Man muss schon vorbereitet sein, und da bin ich meinem alten Arbeitgeber dankbar, dass er mir dazu schon früh Freiheiten eingeräumt hat.

War es schwer, sich vom alten Job bei der Polizei zu verabschieden?

Demmer Definitiv ja. 39 Jahre legt man nicht einfach so ab. Am letzten Tag habe ich Kolleginnen und Kollegen eingeladen, mit denen ich mal in meiner Berufslaufbahn zu tun hatte – und alle, die eingeladen waren, sind auch gekommen. Das sagt mir, dass der Peter Demmer nicht so verkehrt gewesen sein kann. Der offizielle Teil war ziemlich emotional, muss man einfach sagen. Abends war dann alles locker. Das wurde eine Zwölf-Stunden-Schicht.

Sehen Sie schon jetzt ganz besonders dringliche Aufgaben als neuer OB von Saarlouis?

Demmer Dringlich im Sinne von ganz dringend? Ich würde sagen: Nein. Wie gesagt, Roland Henz hat ein bestelltes Haus verlassen. Es gibt natürlich Dinge, die ich gerne umsetzen möchte, das habe ich im Wahlkampf oft genug deutlich gemacht. Ich werde versuchen, im Zuge der Haushaltsaufstellung Mittel dafür einzustellen. Der Doppelhaushalt ist selbstverständlich ein dicker Brocken. Natürlich bleibt die Aufgabe, den Status der Sanierungskommune zu vermeiden, damit wir als Stadt handlungsfähig sind. Das Hauptaugenmerk soll auf den Stadtteilen liegen, ohne die Innenstadt zu vernachlässigen.

Haben Sie schon in die Bücher geschaut?

Demmer Nach 20 Jahren als Stadtrat kennt man die Haushaltslage. Immerhin erfreulich ist, dass Saarlouis 800 000 Euro weniger Kreisumlage zahlen muss.

Wie gehen Sie mit der Popularität Ihres Vorgängers Roland Henz um? Wie groß sie tatsächlich war, zeigte sich ja, als die Stadt von ihm Abschied nahm.

Demmer Das hat mich nicht überrascht. Wenn ich mit ihm unterwegs war, habe ich gesehen, dass er als Oberbürgermeister einen Beliebtheitsgrad erreicht hat, wie ich ihn vorher noch nie erlebt habe. Nun ist er von heute auf morgen nicht mehr da. Da ist eine schwere Hypothek. Aber ich habe auch viel von ihm gelernt, auf Leute zuzugehen oder dass sie auf mich zugehen können, zum Beispiel.

Aber Peter Demmer ist nicht Roland Henz.

Demmer Nein, sicher nicht. Ich bin niemand, der einen anderen kopiert. Ich war auch im Wahlkampf der, der ich bin. Und ich werde nach wie vor, wenn es die Zeit erlaubt, in meiner Stammkneipe aufschlagen oder sonntags beim FC Roden auf dem Sportplatz sein.

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