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Herzinfarkt beim Handballspiel

Saarlouis. Es war eigentlich ein ganz normaler Zweikampf. Und zunächst spielte Thomas Schlink, Kapitän des Handball-Saarlandligisten HC Dillingen/Diefflen auch noch normal weiter. Dann aber wurde es dramatisch. Roland Schmidt

Der Jubel beim Handball-Saarlandligisten HC Dillingen-Diefflen nach dem Derby-Sieg beim TuS Elm-Sprengen endete abrupt. Eine schwere Verletzung rückte am vergangenen Sonntag den 32:20 (15:6)-Erfolg völlig in den Hintergrund. Unbemerkt von den rund 300 Zuschauern war HC-Spielführer Thomas Schlink kurz nach dem Abpfiff in der Kabine zusammengebrochen. Plötzlich ging es in der Jahnsporthalle Schwalbach nicht mehr um Punkte, sondern um ein Menschenleben. "Wir dachten zuerst an einen Kreislaufkollaps. Dann hat Thomas keine Luft mehr bekommen und über taube Hände geklagt. Also haben wir den Notarzt alarmiert", berichtet HC-Trainer Patrick Grabenstätter von der gefährlichen Zuspitzung der Lage.

Aber was war zuvor passiert? Der Ex-Sprenger hatte in der ersten Halbzeit, in der sein Team nach einem 0:2-Rückstand auf 8:2 wegzog, einen Schlag auf die Brust bekommen. Nach kurzer Behandlung kam der 32-Jährige aber aufs Feld zurück und spielte nach Diefflens 15:8-Pausenführung auch bis zum Schluss weiter. Anzeichen für eine Verletzung gab es nicht, doch der vermeintlich harmlose Stupser sollte zur Überraschung aller folgenschwer sein. Es sei ja kein harter, eher ein normaler Stoß gewesen, wie er im Handball oft vorkomme, stutzte Grabenstätter. "Doch dabei ist wohl eine Arterie gerissen. Im Krankenhaus wurde später sogar ein Herzinfarkt festgestellt. Thomas musste notoperiert werden", denkt der Teamchef mit Schrecken zurück.

Nach Angaben des Vereins geht es Schlink wieder deutlich besser, gestern sei er von der Intensiv- auf eine normale Station verlegt worden. Das freut seine Mitspieler und den Trainer, dem es nach dem dramatischen Vorfall schwer fällt, zur Tagesordnung überzugehen. "Ich bin lange im Geschäft, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn die Verletzung nicht erkannt worden wäre, hätte es übel ausgehen können", sagt Grabenstätter, pustet tief durch und wünscht seinem Kapitän im Namen der Mannschaft eine schnelle Genesung und baldige Rückkehr ins Team.


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Am RandeVorschau: TuS Elm-Sprengen - TV Kirkel , Samstag, 18 Uhr, Jahnsporthalle Schwalbach. HSG Völklingen - HC Schmelz , Samstag, 20 Uhr, Hermann-Neuberger-Halle Völklingen. HC Dillingen-Diefflen - SV Zweibrücken II, Sonntag, 17.30 Uhr, Sporthalle Diefflen. ros