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Herzgesundheit lässt sich leicht positiv beeinflussen

Herzgesundheit lässt sich leicht positiv beeinflussen

Richtige Körperpflege geht tief unter die Haut, bis hin zu Herz und Kreislauf. Warum das wichtig ist, zeigte die Auftaktveranstaltung der Herzgruppen Saar in der St. Elisabeth-Klinik Saarlouis. Damit startete am Samstag der saarlandweite „Herz-Aktiv-Monat“.

Wäre der Mensch eine Maschine mit aufklappbarer Fronthaube, viele würden erschrecken. Angesichts verdreckter Leitungen und eines Motors, der immer mehr an Leistung verliert. Als Folge davon sterben in Deutschland jährlich etwa 350 000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Stand 2012). Rund 2,5 Millionen landen im Krankenhaus mit zum Teil schwerwiegenden Eingriffen. Im Saarland waren es 2012 fast 800 Tote allein durch Herzinfarkt bei rund 3500 gemeldeten Fällen. Doch um gesund zu bleiben, könne jeder Einzelne etwas tun, stellten sechs Referenten am Samstagvormittag in der Elisabeth-Klinik dar.

Dort startete der saarlandweite "Herz-Aktiv-Monat" mit Referaten für die interessierte Öffentlichkeit sowie Kursen für Übungsleiter von Herzsportgruppen. Schirmherrin war Gesundheitsminister Monika Bachmann . Es gehe hierbei nicht nur um Kostenreduzierungen im Gesundheitssystem, machte Bachmann deutlich. Sondern auch darum, "die Lebensqualität für Menschen bis ins hohe Alter zu bewahren". Was dafür zu beachten ist, erläuterte Dr. Erik Friedrich. Wesentliche Risikofaktoren seien etwa das Rauchen, Diabetes mellitus, Übergewicht und Bewegungsmangel. Faktoren wie Geschlecht, genetische Anlagen und Alter ließen sich kaum beeinflussen.

"Aber bei den anderen Aspekten können sie selbst mehr tun, als jeder Mediziner später mit Medikamenten." Nicht ein Wert allein sei relevant, wie beispielsweise Zucker oder Blutfette. Die Kombination müsse beachtet werden, um das Sterberisiko abzuschätzen und geeignete Vorbeugung zu betreiben. "Jeder vierte Bundesbürger ist Raucher", sprach Paul Weber ein weiteres Problem an. Das gehe weniger auf die Lunge, als vielmehr aufs Herz. Shisha sei sogar noch schlimmer als Zigaretten. "Und so sehen ihre Gefäße aus vom Rauchen", sagte Weber zum unappetitlichen Foto einer geschädigten Ader.

Mit Elektro-Fahrrädern könnten Herz-Kreislauf-Erkrankte heute auch wieder Rad fahren, erklärte Prof. Günter Hennersdorf. Denn per Akku werde der Radfahrer beim Treten entlastet. "Lyoner und Schwenker haben sehr viel LDL", sagte Dr. Dirk Spörhase-Eisel. Dieses böse Cholesterin gelte es, zu reduzieren. Gegen Übergewicht empfahl Dr. Frank Burger "nach 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr". Und auch die süßen Getränke weg zu lassen. Es gehe nicht um Askese, verdeutlichten die Referenten. Vielmehr um eine vernünftige Einschätzung der individuellen Risiken. Dann ließen sich allein durch gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung langwierige Behandlungen vielfach schon im Vorfeld vermeiden.

Zum Thema:

Auf einen BlickGesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und Rauchentwöhnung schützen vielfach vor Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Wo Schädigungen im Systemvorliegen, helfen Herzsportgruppen mit, wieder Fitness und Lebensqualität aufzubauen. Im Saarland gibt es 109 solcher Gruppen, im Kreis Saarlouis rund ein Dutzend. Sie bieten Kurse mit Bewegungsprogramm an und geben vielfältige Tipps für eine gesunde Lebensweise. azherzgruppen-saar.de