Heldenhaft für den guten Zweck

Rote Teufel und Rote Jäger trotzten der Hitze: Im Benefiz-Spiel zu Gunsten der Lebenshilfe Saarlouis war es die Traditionself des 1. FC Kaiserslautern, die sich vor etwa 300 Zuschauern mit 6:0 gegen die Soldaten-Auswahl behauptete.

Die Sonne knallt erbarmungslos auf die Sportanlage Großer Sand in Fraulautern . Der Schweiß fließt in Strömen von der Stirn. Bei mehr als 40 Grad Celsius ist an sportliche Betätigung eigentlich nicht zu denken. Und dennoch stürzen sich die 22 Spieler auf dem Kunstrasenplatz heldenhaft ins Geschehen. Es ist ja schließlich für einen guten Zweck - denn die Lebenshilfe Saarlouis feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Die Rollen sind am vergangenen Samstag in dem Benefiz-Fußballspiel der Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern gegen die Soldaten-Auswahl der Roten Jäger wie erwartet klar verteilt. Es dauert eine Viertelstunde, bis die Roten Teufel ihre Überlegenheit in Zählbares ummünzen. Nach einem Pass in die Mitte kommt Thomas Richter an den Ball. Der deutsche Meister von 1991 verlädt noch einen Gegenspieler und jagt das Leder in die Maschen. Zehn Minuten später legt Sebastian Schächter mit einem Heber das 2:0 nach, mit Marco Haber sorgt ein weiterer deutscher Meister von 1991 in der 27. Minute für den 3:0-Pausenstand der auf zwei Mal 30 Minuten angesetzten Partie.

An der Seitenlinie fiebert Monika Weber, die stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Saarlouis, mit den Roten Jägern mit. Mehr als 400 000 Euro sind durch Straßensammlungen der in Saarlouis ansässigen Luftlandebrigade 26 seit 1973 für die Lebenshilfe zusammengetragen worden. "Die fleißigen Sammler der Bundeswehr waren auch schon bei mir zu Hause. Ich drücke den Roten Jägern deshalb ganz fest die Daumen", sagt Weber. Doch das Daumendrücken ist umsonst. Nach Treffern von Silvio Meißner (36. Minute), Richter (37.) sowie Jörg Conrad (90.) heißt es am Ende 6:0 für die ehemaligen Profis aus der Pfalz.

Nicht einmal der Ehrentreffer ist den Roten Jägern trotz guter Chancen vergönnt. Die beste Möglichkeit vergibt kurz vor dem Schlusspfiff Karl-Heinz Nickel. Er hat freistehend alle Zeit der Welt, scheitert aber im Duell der ehemaligen Jugend-Nationaltorhüter an Thomas Henrichs im FCK-Kasten. "Da habe ich kläglich versagt. Aber ich war ja früher Torwart, von daher kann man mir das bestimmt verzeihen", sagt Nickel. Mannschaftskollege Uwe Haas gesteht: "Wir wollten unbedingt ein Tor schießen. Deshalb bin ich, ehrlich gesagt, schon ein wenig enttäuscht." Der frühere Profi des 1. FC Köln, der seine Karriere wegen Verletzung und anschließender Krankheit früh beenden musste, ergänzt: "Aber man muss uns zugutehalten, dass wir überhaupt nicht miteinander trainiert haben." Und Nickel räumt ein: "Man hat schon gesehen, dass das Profis sind."

Auf Grund der Temperaturen waren mit etwa 350 Zuschauern weniger als erhofft vor Ort. Das geplante Vorspiel der C-Jugendmannschaften des SV Fraulautern und der SG Saarwellingen-Reisbach fiel der Hitze zum Opfer. Dennoch kam der Spaß für alle Beteiligten nicht zu kurz - und die Saarlouiser Lebenshilfe durfte sich am Ende insgesamt als Gewinner fühlen.

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