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Heimatgeschichte hautnah erleben

Heimatgeschichte hautnah erleben

Nalbach. Der "Geschichtspark" am Litermont wird erweitert. "Wir werden das Maschinenhaus am alten Steinbruch wieder aufbauen", erklärt Ortsvorsteher Albert Steinmetz. Das Genehmigungsverfahren sei abgeschlossen, sobald die Statiker ihre Arbeit abgeschlossen haben, könne mit den Bauarbeiten begonnen werden

Nalbach. Der "Geschichtspark" am Litermont wird erweitert. "Wir werden das Maschinenhaus am alten Steinbruch wieder aufbauen", erklärt Ortsvorsteher Albert Steinmetz. Das Genehmigungsverfahren sei abgeschlossen, sobald die Statiker ihre Arbeit abgeschlossen haben, könne mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der ehemalige Steinbruch liegt auf einer Anhöhe zwischen dem alten Westwallbunker und der optischen Telegrafenstation und ist vom Waldparkplatz in weniger als fünf Gehminuten zu erreichen."Der alte Steinbruch war zwischen 1875 und etwa 1957 in Betrieb", erklärt Steinmetz, der gleichzeitig Vorsitzender des historischen Vereins der Gemeinde ist. "Die roten Backsteine wurden für Wege, Straßen und Häuser hier im Umkreis eingesetzt." Derzeit liegen mehrere tausend dieser Backsteine auf der Baustelle, Steinmetz schätzt ihre Zahl auf etwa 50 000. Aus einem Teil von ihnen sollen das Mauerwerk des Hauses sowie die Stützwände gebaut werden. "Die Stützwände benötigen wir, damit vom Hang hinter dem Gebäude nichts nachrutschen kann. Aber insgesamt herrscht hier fester Baugrund vor", erklärt der Architekt Gordon Haan.

4500 Steine wurden schon von den ehrenamtlichen Helfern gesäubert. "Das ist die Arbeit von mehreren Samstagen", sagt Steinmetz. "Wir sind sehr froh und stolz, dass wir hier so viele unentgeltliche Helfer haben, die uns unterstützen."

Ohnehin sei der Idee, die bei der Ausgrabung des Westwall-Bunkers vor knapp sieben Jahren entstanden ist, im Ortsrat fraktionsübergreifend zugestimmt worden. "Wir ziehen hier in der Gemeinde an einem Strang, wenn es um solche Dinge geht", sagt Steinmetz.

Dadurch können auch die Kosten in einem sehr überschaubaren Rahmen gehalten werden. Maximal ein kleiner fünfstelliger Betrag muss investiert werden. "Wir sparen vor allem dadurch Kosten, dass wir die Steine unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen und wir da keine Löhne bezahlen müssen", sagt der Ortsvorsteher dazu.

Das Gebäude soll etwa 13 Meter lang und acht Meter breit sein, die Höhe beträgt laut Bauplan etwa fünf Meter. Die Pläne sind alten Bauplänen entlehnt, dazu hat der historische Verein alte Fotos und Bilder gesichtet sowie die alteingesessenen Bewohner nach Informationen befragt, um ein möglichst detailgetreues Bild zu erhalten. "Das Haus ist auch relativ simpel gehalten: Es gibt lediglich einen großen Ausstellungsraum und dazu zwei kleinere Lagerräume", erklärt Haan. Dazu kommen Stahltüren und -fenster sowie ein Wellblechdach. Im Ausstellungsraum sollen nach Willen des historischen Vereins Dauerausstellungen stattfinden.

Am alten Steinbruch am Litermont wird das Maschinenhaus neu aufgebaut. Foto: Thomas Seeber.

Außerdem werden auch Schienen sowie eine Lore aufgebaut, um zu zeigen, unter welchen Bedingungen damals Steine hergestellt wurden. "Wanderer, Besucher oder Schulklassen sollen hier ein Stück Heimatgeschichte hautnah erleben können", hofft Albert Steinmetz.