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Handball-Drittligist: HG Saarlouis muss in Pokal-Quali auf Grgic verzichten

Handball : Zwei Nationalspieler, aber auch eine Hiobsbotschaft für die HG Saarlouis

Nun hat es auch die Handballer der HGS erwischt: Wegen eines Corona-Falls fällt die für diesen Samstag geplante Partie in der Qualifikation für den DHB-Pokal in Gensungen aus. Gute Nachrichten gibt’s dagegen, was Neuzugänge für nächste Saison angeht.

Nein, es war keine gute Woche für die HG Saarlouis: Mit gesenkten Köpfen trotteten die Drittliga-Handballer der HGS am Samstag vom Feld. So hatten sie sich den Wiedereinstieg nach mehr als fünf Monaten Corona-Zwangspause nun wirklich nicht vorgestellt. Zum Auftakt des neu ins Leben gerufenen Liga-Pokals kassierte die Mannschaft von Trainer Philipp Kessler in der Stadtgartenhalle überraschend eine 32:35-Niederlage gegen den TV Gelnhausen (wir berichteten). Die erste Hauptrunde im DHB-Pokal, für die sich die besten zwei Teams der Siebener-Staffel qualifizieren, ist damit bereits in weite Ferne gerückt.

Am Montag folgte der nächste Nackenschlag: Top-Talent Marko Grgic knickte im Training um und fällt nun mit einer Bänderverletzung für unbestimmte Zeit aus. Bitter: Gegen Gelnhausen war der 17-Jährige mit sechs Toren bester Saarlouiser Werfer aus dem Feld.

Und ganz so als hätte noch etwas gefehlt, machte schließlich eine Hiobsbotschaft am Freitag die Seuchenwoche so richtig perfekt: „Bei der HG Saarlouis gibt es einen ersten Corona-Fall im Verein“, meldete der Club. Aus „vorsorgender Verantwortung“ habe die HGS daher in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden das zweite Spiel in der Pokal-Qualifikation an diesem Samstag in Gensungen-Felsberg abgesagt.

Inwieweit auch das Heimspiel am Samstag nächster Woche gegen Bieberau davon betroffen ist, ist noch unklar. Auch zu der positiv getesteten Person machte die HGS keine Angaben. Ebenso wenig zur Frage, ob das Team nun in Quarantäne muss.

Dafür gab der Verein andere Personalien bekannt. Denn während sich das Team auf die Partie in Gesungen vorbereitete, hatte die sportliche Leitung weiter an der Mannschaft für die nächste Saison gearbeitet. Und dabei ist Mathias Ecker ein richtiger Coup geglückt: Tommy Wirtz – aktuell in der 2. Liga für die DJK Rimpar aktiv – kehrt nach einem Jahr nach Saarlouis zurück.

Und der luxemburgische A-Nationalspieler bringt auch gleich ein weiteres Top-Talent aus dem Großherzogtum mit: den 20-jährigen Adel Rastoder – ebenfalls schon A-Nationalspieler seines Landes.

Die beiden Neuzugänge – ganz im Sinne der HGS-Philosophie „die besten Spieler aus der Region sollen in Saarlouis spielen“ – sind zwei entscheidende Bausteine im zukünftigen Kader des Drittligisten. Davon sind der sportliche Leiter Ecker und Trainer Kessler überzeugt. Beide Nationalspieler haben einen Vertrag bis 2023 unterschrieben.

 Ein „Glücksfall für den Verein“, jubelt die sportliche Leitung der HGS: Tommy Wirtz (links im Zweikampf mit Patrick Rapp vom TSV Blaustein) kehrt nach einem Jahr in Rimpar zur HG Saarlouis zurück.
Ein „Glücksfall für den Verein“, jubelt die sportliche Leitung der HGS: Tommy Wirtz (links im Zweikampf mit Patrick Rapp vom TSV Blaustein) kehrt nach einem Jahr in Rimpar zur HG Saarlouis zurück. Foto: Andreas Schlichter

Die Rückkehr von Publikumsliebling Tommy Wirtz dürfte auch die Fans begeistern. Der 28-Jährige, der im Sommer seine Arbeit als Lehrer beginnt, spielt in den Planungen von Kessler eine wichtige Rolle: „Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Er hat sich in Saarlouis immer sehr wohlgefühlt und wird in der kommenden Saison eine wichtige Rolle in unserem Team spielen. Den Fans ist Tommy bereits als pfeilschneller, treffsicherer Linksaußen bekannt, er wird aber auch auf Rückraum Mitte eingesetzt werden.“ Ecker schwärmt von einem „Glücksgriff für den Verein“: „Tommy wird nun auch den Erfahrungsschatz aus einem Jahr in der zweiten Bundesliga bei uns einbringen.“

Auf den 20-jährigen Adel Rastoder vom Luxemburger Erstliga-Tabellenführer Esch freuen sich Ecker und Kessler ebenfalls. Der linke Rückraumspieler stand bereits seit zwei Jahren im Fokus der HGS-Beobachtung, und Kessler sieht in dem talentierten 1,95 Meter großen Nationalspieler eine wichtige Verstärkung.

Für den Sportsoldaten schließt sich mit dem Wechsel ein Kreis: „Zu Zweitliga-Zeiten war ich als kleiner Junge beim Talente-Tag der HGS – und ab Sommer werde ich nun selbst das grüne Trikot tragen. Ich freue mich auf die tollen HGS-Fans.“

Und noch eine dritte Vertragsunterschrift gab es: Der 18-jährige Rückraumakteur Konrad Wagner, ebenso wie Grgic als Juwel gehandelt, bleibt Saarlouis bis 2024 erhalten.

Rückraumspieler Loic Laurent wird dagegen kommende Saison nicht mehr für die HGS auflaufen. Er will nach dem Abschluss seiner Physiotherapie-Ausbildung nach Frankreich zurückkehren. Kessler bedauert den Weggang: „Aufgrund seiner langen Erfahrung im Leistungshandball versteht er taktische Zusammenhänge sehr schnell. Zudem ist er menschlich ein super Typ, der jedem Spieler versucht, im Training zu helfen. Die Mannschaft und ich hätten gerne mit ihm weitergearbeitet.“