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Gute Ware nicht einfach wegwerfen

Gute Ware nicht einfach wegwerfen

Kreis Saarlouis. Jeden Tag wandern im Landkreis Saarlouis "leicht verderbliche" Lebensmittel wie frisches Gemüse, Brot oder Fleisch vom Supermarkt-Regal in den Müll. Was nicht verkauft wurde und nach Ladenschluss in Abfalltonnen lande, sei aber nur wenig, erklären Lebensmittelmärkte im Landkreis auf SZ-Nachfrage

Kreis Saarlouis. Jeden Tag wandern im Landkreis Saarlouis "leicht verderbliche" Lebensmittel wie frisches Gemüse, Brot oder Fleisch vom Supermarkt-Regal in den Müll. Was nicht verkauft wurde und nach Ladenschluss in Abfalltonnen lande, sei aber nur wenig, erklären Lebensmittelmärkte im Landkreis auf SZ-Nachfrage.

Wegwerf-Mentalität

Das meiste, was übrig bleibe, aber noch bedenkenlos verzehrt werden könne, gelange als Spende an örtliche Lebensmitteltafeln. Wie hoch ihre Abfall- oder Spendenmenge ist, beziffern die Märkte nicht.

Wohl auch, weil der Umgang mit Lebensmitteln in Deutschland ein heikles Thema ist. Aktuelle Studien (von "Save Food" oder dem EHI-Institut) belegen, wie viel Verderbliches, aber keineswegs Verdorbenes pro Jahr weggeworfen wird in Privathaushalten (rund 80 Kilo pro Kopf) und Handel (vier Kilo pro Kunde). Auch die Politik spricht über "Wegwerf-Mentalität" oder ein neues "Mindesthaltbarkeitsdatum". Statistisch sollen angeblich bis zu zehn Prozent der Frischeprodukte im Supermarkt weggeworfen werden.

Zahlen nennt Marco Sandner, Sprecher der Rewe-Group, die im Kreis Saarlouis zehn Rewe- und Penny-Märkte betreibt, nicht. Den selbstständigen Kaufleuten vor Ort sei es zwar selbst überlassen, wie sie mit nicht verkaufter Frischware umgehen, sprich: ob sie sie wegwerfen (Eine Ausnahme ist Frischfleisch, das aus Hygienegründen weggeworfen werden muss). Aber: "Wir empfehlen, mit den Tafeln zu kooperieren. Das ist im Kreis Saarlouis auch in allen Filialen der Fall.

" Neben dem Gedanken, "bedürftigen Menschen zu helfen" mit Ware, die noch bedenkenlos verzehrt werden kann, stehe beim Thema aber auch der kaufmännische Aspekt. "Es ist nicht sinnvoll, Ware wegzuwerfen". Daher sorge moderne Software in "Warenwirtschaftssystemen" dafür, dass nur so viel bestellt werde, was auch verkauft werden könne.

Optische Ansprüche

Das Prinzip "aus wirtschaftlichen Gründen" gilt auch in den 14 Edeka-Filialen im Kreis, wie Isabell Kurz von Edeka Südwest erklärt. Noch verwendbare, frische oder abgepackte Ware vor dem MHD, die trotzdem übrig bleibt, werde "mehrmals pro Woche von freiwilligen Helfern der Tafeln abgeholt" oder eben fachgerecht entsorgt. Wie viel entsorgt oder gespendet wird, "variiert".

"Schwer zu beziffern" heißt es bei der Firma Kaufland, die in Lebach einen Standort hat. "Grundsätzlich werfen wir keine Lebensmittel weg", sagt Sprecherin Christine Axtmann. Entsprechende Ware werde durch Reduzierung abverkauft oder von den Tafeln in Lebach und Eppelborn abgeholt. "Entsorgt werden lediglich Waren, die beschädigt, verdorben und für den Verzehr nicht mehr unbedenklich sind."

Abfall-Mengen gering halten will auch Globus in Saarlouis, erklärt Pressesprecherin Uta Lipinski. Ein "effizientes Konzept" und Spenden an die Saarlouiser Tafel tragen dazu bei. Gespendet werden etwa "Lebensmittel mit defekten Verpackungen oder Obst und Gemüse, welches nicht mehr den optischen Ansprüchen der Kunden" entspricht, aber nicht verdorben ist. An konkrete Mengenangaben sei "schwer heranzukommen".