Altstadtfest: Gute Stimmung trotz tropischer Hitze beim Altstadtfest

Altstadtfest : Gute Stimmung trotz tropischer Hitze beim Altstadtfest

Sein Kommen zum Fassanstich des 42. Saarlouiser Altstadtfestes musste Schirmherr Bundesaußenminister Heiko Maas kurzfristig absagen. Ganz entgehen lassen wollte er sich dann sein Altstadtfest aber doch nicht.

Und so kam er – ganz salopp in T-Shirt, ganz „Saarlouiser Bub“ – am Sonntag zur Matinee auf ein Erfrischungsgetränk in die Altstadt. Beinahe unbemerkt von vielen Besuchern ließ sich Maas gut eine Stunde zu einem Plausch mit Saarlouisern am so genannten Bermudadreieck nieder.

Und worüber wurde gesprochen? Die Gastronomie in der Altstadt, die alteingesessenen Kneipen, die Maas selbst noch aus seiner Jugend kennt. Ob Humpen, 7. Himmel oder Schwaggi, man schwelgte in Erinnerungen. Zum anstehenden 30-jährigen Bestehen des Tapas im Oktober mahnte der Außenminister dann auch an, dass er hierzu eine Einladung erwarte, schließlich habe er dort früher selbst „sehr viel Teigwaren konsumiert“.

Aber man erfuhr auch so einiges über seine Tätigkeit als Außenminister. So zum Beispiel, dass jeder Außenminister für den Rückflug von wichtigen Terminen seinen eigenen Umtrunk an Bord des Flugzeugs habe. Bei Frank-Walter Steinmeier sei das Gin-Tonic gewesen, bei Guido Westerwelle wohl Martini und bei Joschka Fischer, je nach Stimmung, Rotwein oder Mineralwasser. Und bei Maas? Da die passende Biersorte nicht zur Verfügung stand, habe er sich kurzerhand – typisch Saarländer – für den diesseits und jenseits der Grenze beliebten Anis-Schnaps entschieden, der bevorzugt mit Eis und Wasser serviert wird, so dass davon jetzt in allen Dienstflugzeugen ein Vorrat an Bord sei.

In sehr entspannter Atmosphäre genoss der Außenminister sichtlich das Eintauchen in alte Zeiten im Kreise von Freunden, Bekannten und Passanten. Zumal sich auch das Sicherheitspersonal in seinem Tross entspannt im Hintergrund hielt, schließlich bewegte man sich auf heimischem Boden. Nach etwas mehr als einer Stunde hieß es dann Abschied nehmen, der „Saarlouiser“ Bundesaußenminister entschwand wieder in internationale Gefilde.

Derweil hatte man sich auf dem Altstadtfest mit der brütenden Hochsommerhitze arrangiert. Während die heißen Nachmittage von den Besucherzahlen her eher mau ausfielen, verlagerte sich das Festtreiben einfach in die Abendstunden. Ab spätestens 22 Uhr – bei inzwischen fast schon angenehmen 25 Grad – waren die Altstadtgassen prall mit feierfreudigen Besuchern gefüllt. Dabei dauerte die gute Stimmung, auch nachdem die Livebühnen schlossen, in und vor den Kneipen bis in die frühen Morgenstunden an.

Zuvor gab es allerdings jede Menge Live-Musik. Während vor dem Humpen und der Tagesbar eher rockig-bluesige Klänge dominierten, ging auf der Rockstage zwischen Ravens und 7. Himmel der härtere Rock ins Ohr. Dazu gesellte sich Loungiges und Jazziges von der Funstage in der Bierstraße und der Sonnenstraße „Strade del Sole“. Kleiner Wermutstropfen: Viele Besucher fanden die Live-Beschallung am ersten Abend teilweise etwas zu heftig. In den Liederpausen beschwerten sich Besucher, dass die Musik einfach zu laut sei, um sich unterhalten zu können. Schließlich komme man ja auch zum beliebten „Dummschwätzen“ aufs Altstadtfest. Das sei aber bei solcher Lautstärke schwerlich möglich. Die konstruktive Kritik, so der Vorsitzende des Altstadtfördervereins, Raoul Mailänder, sei angekommen. Und so habe man an den folgenden beiden Abenden die Lautstärke moderater gehalten.

Unterm Strich zogen der Altstadtförderverein und die Gastronomen der Altstadt eine durchweg positive Bilanz der 42. Auflage des Altstadtfestes. Das Fest verlief ausgelassen, aber friedlich. Und da die Gäste aufgrund der Temperaturen einfach später angefangen hätten zu feiern – dafür dann aber länger –, habe auch die Stimmung nicht allzu sehr unter den tropischen Witterungsbedingungen gelitten.