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Störung am Hochofen in Dillingen
Grüne fordern Aufklärung zu Hochofen-Störung

Saarlouis. Die Grünen im Stadtverband Saarlouis fordern eine detaillierte Aufklärung von der Dillinger Hütte über die Störung an einem Hochofen, in deren Folge Ruß und weitere Schadstoffe ausgestoßen wurden (wir berichteten). red

Insbesondere müsse auch durch Untersuchungen geklärt werden, ob es zu einer Luft- und Wasserverunreinigung durch Schwermetalle, PCB und weitere Giftstoffe gekommen sei, sagte gestern der Vorsitzende der Grünen Saarlouis, Hubert Ulrich.  „Das Unternehmen Dillinger Hütte fährt unserer Meinung nach eine reine Beschwichtigungstaktik. Angesichts der Tatsache, dass bei der Stahlproduktion hochgiftige Stoffe wie unter anderem krebserregendes PCB entstehen, liegt der Verdacht nahe, dass es in Folge des Störfalls zu einer erhöhten Belastung der Umwelt gekommen ist. Wir erwarten vor diesem Hintergrund eine umfangreiche Sondermessung des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz.“ Bereits bei einer so genannten Depositionsmessung Ende 2017 sei eine stark erhöhte Belastung mit PCB 28 festgestellt worden.


Ulrich: „Darüber hinaus erwarten wir von der Dillinger Hütte, diejenigen Bürger finanziell zu entschädigen, denen infolge des Störfalls Sachschäden entstanden sind.“ Betroffene, deren Fahrzeug von Ruß bedeckt war, sollten nicht in die Waschanlage fahren, da es durch die Zusammensetzung des Rußes zu Beschädigungen der Lackierung kommen kann, ergänzt Ulrich und rät, „eine Fachwerkstatt aufzusuchen und die Kosten der Dillinger Hütte in Rechnung zu stellen.“ Von den Rußpartikeln waren vor allem Roden, Fraulautern und Steinrausch betroffen. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat will für die nächste Sitzung beantragen, dass das Management der Hütte vorgeladen wird und ausführlich Stellung bezieht.