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Umweltpolitik
Grüne: Hier wird ein Umweltamt zerschlagen

Dezernent Günter Melchior (rechts) und der städtische Förster Mario Natale Foto: Sascha Schmitt
Dezernent Günter Melchior (rechts) und der städtische Förster Mario Natale Foto: Sascha Schmitt FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. Wird die Stadtverwaltung einfach nur schneller, oder wird die Rolle der Umweltpolitik ratzeputz gestutzt? Das politische Saarlouis streitet seit Mittwoch über eine Reform im Rathaus, die der sozialdemokratische Oberbürgermeister Peter Demmer angewiesen hat. Von Johannes Werres

Auf einen ab Januar geltenden Umbau in der Stadtverwaltung Saarlouis haben die Grünen mit Entsetzen reagiert. „Demmer zerschlägt Saarlouiser Umweltamt“, schreiben der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat Gabriel Mahren und der Stadtverbandsvorsitzende Hubert Ulrich in einer Pressemitteilung.


OB Peter Demmer erläuterte am Mittwoch auf Anfrage die Umstrukturierung. „Alle drei Dezernate bleiben unverändert, die Ämter bleiben unverändert, es wandert nur Personal von einem zu einem anderen Amt.“

Der umstrittene Teil des Umbaus spielt sich unter den Ämtern des Dezernats Bauen, Umwelt, Immobilien (Günter Melchior, Grüne) ab: Dem Amt für Stadtplanung und Denkmalpflege (Jürgen Baus) wachsen neu die Bereiche Hochbau und Umwelt zu. Der Hochbau kommt aus dem Amt für Gebäudemanagement. Umwelt kommt vom bisherigen Amt für ökologische Stadtentwicklung. Von dort verlagerte Demmer außerdem die Zuständigkeit für Verkehrsplanung ins Tiefbauamt. Kern ist laut Demmer, alle Zuständigkeiten für Hochbau von bisher drei Ämter auf ein Amt zu verlegen, erklärte Demmer. Vom Amt für ökologische Stadtentwicklung (Mario Natale) bleibt künftig nur noch ein „Amt für Freiflächen- und Landschaftsplanung“.




Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer Foto: GMLR
Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer Foto: GMLR FOTO: gmlr / GMLR

Für die Grünen stellt sich das so dar: „Umwelt- Klima- und Moblitätspolitik werden innerhalb der Verwaltung degradiert, aus dem bisherigen Amt werden untergeordnete Abteilungen geschaffen, das große ökologische KnowHow der Mitarbeiter kann kaum noch effizient in Planungen und Vorhaben eingebracht werden.“ Und: „Offenbar will der Saarlouiser Oberbürgermeister Demmer zurück in die 70er Jahre.“ Mit der Auflösung des Amtes für ökologische Stadtentwicklung „stellt er eindeutig die Weichen für die Zukunft falsch.“

Alles Unsinn, weist Demmer zurück, das habe damit nichts zu tun. „Wir bauen Doppelstrukturen ab, schaffen Synergien und können effizienter, schneller, arbeiten.“