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Grippe-Welle legt Blutspender lahm

Kreis Saarlouis. Zurzeit nehmen immer weniger Menschen die Blutspende-Termine des DRK wahr – weil viele mit Grippe im Bett liegen. Die Zahl der Spender ist um 25 Prozent zurückgegangen. Noch gibt es im Kreis keine Engpässe. Carolin Merkel

Die Influenza hat das Saarland fest im Griff, überfüllte Krankenhäuser, volle Arztpraxen, aber auch erkrankte Ärzte und Personal, dazu Ausfälle etwa beim öffentlichen Personennahverkehr und nicht zuletzt Engpässe bei den Zustellern der Saarbrücker Zeitung - all dies sind Indizien dafür, dass die Grippe-Welle im Saarland angekommen ist.

Mit Fieber und Gliederschmerzen bleibt man am besten im Bett, das ist keine Frage. Doch führt dieser deutlich erhöhte Krankenstand bei potenziellen Blutspendern auch zu Engpässen in der Versorgung mit Blutkonserven im Landkreis? "Die Zahl der erschienenen Spender blieb durchschnittlich um 25 Prozent hinter den auf langjährigen Erfahrungen beruhenden Erwartungen der Rotkreuzler zurück. Auch die ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer der örtlichen DRK-Gemeinschaften werden von den Grippeauswirkungen nicht verschont", heißt es in einer Pressemitteilung des DRK-Blutspendedienstes West, zu dem auch das Saarland gehört.

Blut spenden, betont Christoph Ernwein, Pressereferent des DRK-Blutspendedienstes, sollten wirklich nur Menschen, die sich fit und gesund fühlen. "Wenn man Anzeichen einer Grippe spürt, sich krank fühlt, dann sollte man auf keinen Fall zur Blutspende gehen, damit würde man seinen Körper noch zusätzlich schwächen", sagt Ernwein.

Eine laufende Nase, ein Kratzen im Hals sollten beim voruntersuchenden Arzt angesprochen werden, der entscheidet dann, ob eine Blutspende überhaupt möglich ist. Fieber ist auf jeden Fall ein Ausschlusskriterium, "ebenso darf man vier Wochen nach der Einnahme eines Antibiotikums nicht zur Blutspende gehen", betont Ernwein.

Begonnen, erzählt er, hat der Rückgang der Spenden in diesem Winter bereits recht früh. Eine erste Welle von Erkrankungen hat bereits im November zum Rückgang des Blutvorrats geführt. "Danach kamen die Weihnachtsfeiertage ohne Spendentermine, seither sind die Termine deutlich geringer frequentiert", sagt er. Während in normalen Zeiten zwischen 3500 und 4500 Blutkonserven in Bad Kreuznach bereitliegen, sind es derzeit gerade mal 1000 Konserven. Im Saarland werden davon rund 180 pro Tag gebraucht. "Wir würden uns wünschen, dass alle Menschen ab 18 Jahren, die sich gesund fühlen, zu einem Blutspendetermin in ihrer Nähe gingen, dann könnten wir entgegenwirken, dass es zu einem noch ernsteren Engpass kommt", sagt Christoph Ernwein.

Bisher gibt es in den Kliniken im Kreis Saarlouis noch keine Probleme, das zeigt eine telefonische Umfrage. Dr. Matthias Klein, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin im Krankenhaus des DRK, erklärt, dass in Saarlouis bisher keine Engpässe zu verzeichnen sind. Ebenso kann das Lebacher Krankenhaus auf ausreichend Blutkonserven zurückgreifen. Auch geplante Operationen mussten in den Kliniken nicht verschoben werden. Gleiches gilt für die beiden Standorte des Marienhaus-Klinikums Saarlouis und Dillingen. Allerdings sei zu bedenken, dass Engpässe möglicherweise erst mit Zeitverzug auftreten könnten, wenn der Vorrat an Blutkonserven beim DRK-Blutspendedienst aufgrund des geringeren Spendenaufkommens im Rahmen der aktuellen Grippe-Welle zur Neige geht, heißt es in der Stellungnahme der Pressestelle.

Für Rückfragen steht die kostenlose Service-Rufnummer (0800) 1 19 49 11 des DRK-Blutspendedienstes West (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) für Spenderanfragen zur Verfügung. Die nächsten Spendenaktionen des DRK sind auch im Internet zu finden.

blutspendedienst-west.de