| 22:16 Uhr

Gleich zwei Straßen für Nobelpreisträgerin

Die Marie-Curie-Höhe befindet sich in Saarlouis-Steinrausch. Foto: Heike Theobald
Die Marie-Curie-Höhe befindet sich in Saarlouis-Steinrausch. Foto: Heike Theobald
Dillingen/Steinrausch. Zwei Entdeckungen, zwei Nobelpreise, zwei Straßenschilder. Marie Curie mal Zwei - die Formel gilt in der Wissenschaft und im Landkreis Saarlouis. Denn der berühmten Physikerin sind dort gleich zwei Straßen gewidmet: eine in Dillingen und eine in Saarlouis-Steinrausch Von SZ-Mitarbeiterin Frauke Scholl

Dillingen/Steinrausch. Zwei Entdeckungen, zwei Nobelpreise, zwei Straßenschilder. Marie Curie mal Zwei - die Formel gilt in der Wissenschaft und im Landkreis Saarlouis. Denn der berühmten Physikerin sind dort gleich zwei Straßen gewidmet: eine in Dillingen und eine in Saarlouis-Steinrausch.



Die Marie-Curie-Straße am Rande des Gewerbegebiets in Dillingen kam "im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts" zu ihrem Namen, sagt Gertrud Schmitt, Pressesprecherin der Stadt. Ihren Platz im Register der über 300 Dillinger Straßen behauptet die Marie Curie seither dauerhaft.

In Saarlouis dagegen wurde die aus Polen stammende Physikerin, die in Paris forschte, 1957 zunächst von einem Straßenschild verbannt: "Damals wurde der Curiering in Hohenzollernring umbenannt", sagt der Heimathistoriker Hans Jörg Schu. Doch im Januar 1967, rund 100 Jahre nach ihrer Geburt am 7. November 1867 in Warschau, kehrte Curie zurück. Der Saarlouiser Stadtrat machte sie zur Namensgeberin einer Straße im neuen Stadtteil Steinrausch. Die Marie-Curie-Höhe liegt dort seitdem in passend gelehrtem Umfeld zwischen Wilhelm-Röntgen-Viertel und Gregor-Mendel-Straße.

In die Wissenschaft zog es Marie Curie (geborene Skodowska) 1891. Sie verließ ihre Heimat, in der Frauen der Universitätsbesuch noch untersagt war, und studierte an der Pariser Sorbonne. 1894 begann die Absolventin der Physik mit der Erforschung der kürzlich entdeckten Strahlung von Uranverbindungen - später prägte sie den Begriff "radioaktiv". 1895 heiratete die Gelehrte den Physiker Pierre Curie; 1898 gelang dem Paar die Entdeckung zweier neuer radioaktiver Elemente: Polonium (benannt nach Maries Heimat) und Radium. Für ihre Leistungen erhielten Pierre und Marie, die auch in der Lehre tätig waren, 1903 den Nobelpreis für Physik. 1911 folgte für Marie, die seit 1906 verwitwet war, der Nobelpreis für Chemie. Während des Ersten Weltkriegs engagierte sich die Preisträgerin auch im medizinischen Bereich, außerdem in der Förderung junger Wissenschaftlerinnen und später (im Völkerbund) für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Entkräftet starb sie am 4. Juli 1934 an den Folgen jahrelanger Strahlenbelastung. Ihre Ehrungen in Wissenschaft und Öffentlichkeit überdauerten den Tod. Bis heute ist Marie Curie die einzige weibliche Mehrfach-Nobelpreisträgerin - und die einzige Frau mit zwei Straßenschildern im Landkreis Saarlouis.



Die Marie-Curie-Höhe befindet sich in Saarlouis-Steinrausch. Foto: Heike Theobald
Die Marie-Curie-Höhe befindet sich in Saarlouis-Steinrausch. Foto: Heike Theobald