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Geschichten rund um Saarlouis

 Ausgezeichnet wurden die Träger des Saarlouiser Kulturpreises 2014 (von links): Stadtforscher Volker Felten, Mundartautorin Karin Peter und Schriftsteller Manfred Spoo. Foto: Johannes A. Bodwing
Ausgezeichnet wurden die Träger des Saarlouiser Kulturpreises 2014 (von links): Stadtforscher Volker Felten, Mundartautorin Karin Peter und Schriftsteller Manfred Spoo. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Fraulautern. Der Saarlouiser Kulturpreis 2014 wurde am Samstag im Vereinshaus Fraulautern an drei Autoren verliehen. Ausgezeichnet als Kulturerbe der Stadt wurde ein eher unscheinbares Reitpferdchen, die Kulturzitrone ging an das Stadtplanungsamt Saarlouis wegen optischer Umweltverschmutzung. Johannes A. Bodwing

Es geht um Menschen. Ganz gleich, ob Volker Felten über Donnerbrauerei und KVS-Geschichte schreibt, Karin Peter ihre Texte in Saarlouiser Mundart verfasst oder Manfred Spoo seinen Kommissar Knauper auf Ermittlungstour schickt.

Alle drei Autoren verarbeiten Geschichten und Geschichte, die sie mit ihren Werken für die Nachwelt bewahren. Vielfach erhellen sie dabei auch Facetten, die ansonsten verloren gingen. Für ihre Leistungen wurden Felten, Peter und Spoo am Samstagabend im Vereinshaus Fraulautern mit dem Saarlouiser Kulturpreis 2014 ausgezeichnet. Den vergeben der Selbstverwaltete Betriebshof, SBS, sowie die Stadt Saarlouis. Die 22. Preisverleihung moderierten Stefan Neuhäuser und Lioba Amann vor etwa 200 Gästen, musikalische Akzente setzen "Die Schoenen" mit Chansons. Wie gewohnt wurden die Kulturpreisträger per Film vorgestellt. Statt Laudatoren jedoch folgte der Verleihung ein Gespräch des Philosophen Gerhard Alt mit den Preisträgern. Tausende von Stunden brauche es für ein Buch wie das über die Donnerbrauerei, teilte Volker Felten mit. Karin Peter betonte, dass die Saarlouiser Mundart etwas Besonderes sei, maßgeblich entstanden aus französischen Einflüssen und preußischem Hochdeutsch. Aufwendige Recherchen bildeten die Grundlage seiner Bücher, berichtete Manfred Spoo.

Als kulturelles Erbe ausgezeichnet wurde das Reitpferdchen im Kaufhaus Pieper. Auf Knopfdruck galoppiert es los, ohne von der Stelle zu kommen - seit rund 50 Jahren.

Den Maßstab verloren hätte die Stadtplanung in Saarlouis, kritisierte Michael Mansion als Laudator der Kulturzitrone. Betonklötze statt ausgewogener Bauästhetik bestimme vielfach das Stadtbild und führe zur optischen Umweltverschmutzung . Das gelte nicht nur für das Hochhaus an der Evangelischen Kirche. Die Arbeiten auf dem alten Schlachthofgelände nährten den Verdacht, "dass es sich mehr um die Installation eines historie-schwangeren Disneylandes mit Weltkulturerbe-Ambitionen" handele, als um den Erhalt städtischer Substanz. Die Kulturzitrone 2014 gehe deshalb an das Stadtplanungsamt Saarlouis. Aber auch an mitverantwortliche Politiker.