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Kindertagestätten
Der Mangel an Plätzen für Kinder nimmt zu

Überherrn. Gemeinderat Überherrn berät über Kindertagesstätten: Wo gibt es geeignete Standorte?

Kindergartenplätze sind in der Gemeinde Überherrn knapp. Maria Speicher, in der Gemeinde für die Jugendarbeit zuständig, stellte dem Rat jetzt die Zahlen vor: Aktuell gibt es 333 Kindergartenplätze. 352 wären nötig, es fehlen also 19 Plätze. Anders sieht es für 2019/20 aus. Denn hier fehlen bereits 47 Plätze, für das folgende Jahr sogar 59. Die Bedarfsberechnung des Kreisjugendamtes hat darüber hinaus auch das Fehlen von Krippenplätzen in Überherrn ergeben.


Diese Entwicklung ist in der Verwaltung schon seit 2016 bekannt, allerdings waren ihr die Hände gebunden. „Es gab keine Möglichkeit Zuschüsse vom Land für einen Neu- oder Umbau zu erhalten“, erläuterte Bürgermeister Bernd Gillo. Die Eltern sind sauer. So hat auch der Punkt „Schaffung zusätzlicher Kindergarten- und Krippenplätze“ ungewohnt viele Zuhörer ins Kulturhausgelockt. Der Bau- und Finanzausschuss hatte dem Rat empfohlen, die fehlenden Plätze schnellstmöglichst am zentralen Standort Felsberg zu schaffen. Eine Machbarkeitsstudie und eine vorläufige Kostenschätzung hat das Bauamt bereits entwickelt.

Eine Empfehlung, die jedoch auf wenig Gegenliebe im Rat stieß. Langfristig muss ein Neubau her, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Zwei Standorte hat die Verwaltung im Vorfeld bereits anvisiert. Zum einen das Gelände gegenüber dem Rathaus in Bisten, zum anderen ein Gelände in der Warndtstraße in der Wohnstadt.



Und es muss eine Zwischenlösung gefunden werden. Vorgeschlagen wurde beispielsweise die Unterbringung von jeweils zwei Gruppen in den alten Schulen in Felsberg und Altforweiler. Dazu, so der Vorschlag von Esther Tillmann, würde eine reine Pinselstrichsanierung ausreichen. Allerdings müssten dann die Vereine, die die beiden Schulen derzeit nutzen, etwas enger zusammenrücken. Eine andere Idee war, bei den bestehenden Kindergärten Container als Zwischenunterkunft aufzustellen.

Einstimmig verabschiedet wurde letztendlich ein Vorschlag von Manuel Speicher: Die Gemeinde soll zunächst eine Auflistung der Kinder nach den einzelnen Ortsteilen erstellen, um so den bestmöglichen Standort für einen Neubau bestimmen zu können. Außerdem soll die Gemeinde Möglichkeiten für eine Zwischenlösung erarbeiten und mögliche andere Standorte für einen Kindergarten-Neubau finden.