Gemächlich wie die Deutsche Bahn

Gemächlich wie die Deutsche Bahn

Lang, bunt und lautstark zog am Sonntag der Fraulauterner Umzug rund drei Kilometer weit durch den Saarlouiser Stadtteil. Im Gepäck: bunte Wagen und Fußgruppen für das dicht gedrängte Publikum am Wegesrand.

Auch Zwerge und das Schneewitchen feierten auf der Straße.

Schwer zu zählen waren die Zuschauer an der Strecke des Fraulauterner Umzugs am Sonntagmittag. Alleine Hunderte versammelten sich im Zentrum nahe der Bühne, dazu kamen etliche Hundert am Großen Sand und auf den Abschnitten dazwischen. Clever war das Volk am Wegesrand. "Mir brauchen kään Tuten, mir hallen de Schirm verkehrt romm off", erklärte ein Vater zum Auffangen der süßen Wurfgeschosse. Da war der Zug noch weit oben im Gewerbegebiet. Dort hatten knapp drei Dutzend Wagen, Fuß- und Musikgruppen Aufstellung genommen. Gegen 14 Uhr 20 donnerte die Kanone des Lauterner Artilleriekorps den Startschuss für einen der größten Faschingsumzüge im Kreis Saarlouis. Noch etwa 150 mal krachte sie los auf der rund drei Kilometer langen Strecke bis zum Vereinshaus.

Der erste Publikums-Pulk wartete am Großen Sand auf "de Zuch". Die weitere Jahnstraße entlang standen am Wegesrand Ritter, Hexen, durstige Könige, Strohhalm saugende Vampire. Und passend zu den etwas tief gelegten Temperaturen auch Eskimos, Schneemänner und Pinguine. Reizvolle Damen steckten schulterfrei unter dicken Winterjacken. Die Sonne meinte es gut mit den Lauternern. Das verleitete auch zu größeren Lücken im Zug und einem gemächlich Tempo. "Dat ess ma von da Bahn so gewohnt", meinte ein Zuschauer lächelnd am Straßenrand. Mit Blaulicht bogen Polizei , Rettungswagen und Security in die Ortsmitte ein. Im Gefolge das Artilleriekorps, den Fanfarenzug "Die Hesebacher" und Garden der Großen Karnevalsgesellschaft Fraulautern . Hoch auf dem Elferratswagen thronte deren Stadtprinzenpaar Jürgen I. und Mirjam I., der Elferrat zog in einer Polonaise über die Ladefläche. Auf der Bühne in der Lebacher Straße stellte GKG-Ehrenpräsident Wendelin Karb die Teilnehmer aus Saarlouis und Umgebung vor. Darunter Musikvereine, Fanfaren- und Spielmannszüge, Motivwagen, kugeläugige "Mignons", Hippies, Steinzeitmenschen und Clowns. Gut zwei Stunden brauchte der Lauterner Umzug bis zum Reiseziel im Vereinshaus. Dort ging es weiter, dicht gedrängt und gut gelaunt.

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