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Geld und Zeit sparen mit ambulanten Hilfen

Geld und Zeit sparen mit ambulanten Hilfen

Saarlouis. 134 Seiten voller Diagramme, Tabellen und Erläuterungen: Das ist der aktuelle Jugendhilfebericht des Landkreises Saarlouis für die Jahre 2008 und 2009. Sozialdezernentin Susanne Schwarz (Foto: Bodwing) stellte ihn mit leitenden Vertretern des Jugendamtes am Mittwoch vor. Der Bericht enthält erstmals zwei Jahre nebeneinander

Saarlouis. 134 Seiten voller Diagramme, Tabellen und Erläuterungen: Das ist der aktuelle Jugendhilfebericht des Landkreises Saarlouis für die Jahre 2008 und 2009. Sozialdezernentin Susanne Schwarz (Foto: Bodwing) stellte ihn mit leitenden Vertretern des Jugendamtes am Mittwoch vor. Der Bericht enthält erstmals zwei Jahre nebeneinander. Hintergrund dafür ist die Umstellung der Zuschnitte des Allgemeinen Sozialen Dienstes, ASD. Bis vor wenigen Jahre waren ASD-Bezirke auf Mitarbeiter bezogen und umfassten auch Orts- oder Stadtteile. Jetzt entsprechen die Bezirke den jeweiligen Gemeinden, was direkte Vergleiche möglich macht. Bei den vielfältigen Aufgabenfeldern, die das Jugendamt des Landkreises Saarlouis abdeckt, stehen vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund. "Ambulant vor stationär", betonte Schwarz. Das senke nicht nur die Kosten. Denn pro ambulanter Fallmaßnahme ergäben sich im Schnitt etwa 800 Euro, bis zu 5000 Euro bei stationärer. Mit ambulanten Maßnahmen, die von Beratung über Förderung bis Betreuung reichen, verringere sich auch die Zeit, in der man Kindern, Jugendlichen, aber auch Eltern beistehen müsse. Die langfristige Veränderung verdeutlichte Jugendamtsleiter Gerd Leidinger. Demnach verzeichnete der erste Jugendhilfebericht des Landkreises Saarlouis von 1974 mehr als 500 stationäre Unterbringungen. "Heute sind es 139." Der Jugendhilfebericht 2008/2009 zeigt laut Schwarz einen "exorbitanten" Kostenanstieg von rund 22,5 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2000 auf fast 40 Millionen 2009. Darin enthalten seien aber auch gestiegene Tariflöhne bei den Trägern, die für viele der Maßnahmen erforderlich sind. Und mehr als 80 Prozent der Kosten seien Personalkosten. Beispielsweise für die gesetzlich vorgeschriebene Ausweitung der Kindertagesbetreuung. Auf die nächsten Jahre angesprochen geht Schwarz von einem weiteren Kostenanstieg aus. Andererseits werde sich die demografische Entwicklung mit rückläufigen Zahlen bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar machen.Meinung

Eine Zahl ist entscheidend

Von SZ-Redakteur Mathias Winters Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, sagt das Sprichwort wohl zu Recht. So lassen sich Zahlen, auch was die Jugendhilfe betrifft, sicherlich so oder so interpretieren.Eine Zahl ist aber entscheidend: Sechs mal so hoch sind die Kosten für eine stationäre Maßnahme, sprich: dauerhafte Unterbringung, von Kindern oder Jugendlichen, gegenüber den Durchschnittskosten ambulanter Maßnahmen - bis zu 5000 gegenüber 800 Euro.Es ist also logisch, auf Vorbeugung, Beratung und frühzeitige Hilfen zu setzen. Wäre es da nicht ebenso logisch, noch mehr Geld in diesem Bereich zu investieren?