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Gedenkfeier für den Schöpfer der Ecker-Bibel

Gedenkfeier für den Schöpfer der Ecker-Bibel

Lisdorf. Nach Jakob Ecker (1851 bis 1912) sind in seinem Heimatort Lisdorf eine Straße und eine Grundschule benannt. Im Sprachgebrauch katholischer Theologen heißt auch eine Bibel nach ihm: Die "Ecker-Bibel". Der Begriff machte ihn im 20. Jahrhundert weltweit bekannt. Lisdorf gedenkt des Theologen als seines wohl bekanntesten Sohnes am Samstag,17

Lisdorf. Nach Jakob Ecker (1851 bis 1912) sind in seinem Heimatort Lisdorf eine Straße und eine Grundschule benannt. Im Sprachgebrauch katholischer Theologen heißt auch eine Bibel nach ihm: Die "Ecker-Bibel". Der Begriff machte ihn im 20. Jahrhundert weltweit bekannt.Lisdorf gedenkt des Theologen als seines wohl bekanntesten Sohnes am Samstag,17. November, mit einem Gedenkakt: exakt an seinem 100. Todestag.

Die katholische Kirche gab anders als die evangelische bis ins 20. Jahrhundert hinein die muttersprachliche Bibelübersetzung eher zögerlich in die Hand der Pfarrkinder. Eher schon empfahl man "Biblische Geschichten", die das Geschehen zusammenfassten und manches wegließen.

Jakob Ecker, ein katholischer Theologieprofessor, übersetzte den Text aus dem Lateinischen neu. Er fasste zusammen und wählte aus: zum Gebrauch an Schulen. Die "Schul-Bibel" wurde ab 1906 gedruckt bis in die 70er Jahre; die kleine, 64-seitige "Schul-Bibel" folgte. Eine Prachtausgabe "Hausbibel" kam in drei Bänden von 1903 bis 1905 auf den Markt. Freilich bekannte auch Ecker sich dazu, nicht alles zu übersetzen - nicht jede Bibelstelle gehöre in jede Hand: "Ängstlich besorgt für Ihrer Kinder Wohl legt die Kirche in mütterlicher Vorsicht die Bibel nicht vom ersten bis zum letzten Blatt auf den Familientisch . . . Nicht alles in der Bibel ist für alles Volk geschrieben. Nur blinder Unverstand kann diese weise Vorsicht tadeln."

Eckers Text, zwar ängstlich der "mütterlichen Vorsicht" verpflichtet, doch unverbraucht und viel näher am Bibeltext als die älteren biblischen Geschichten, fand Gefallen. Er erhielt die Empfehlung vieler Bischöfe im deutschen Sprachraum. "Ohne fremdartigen und schwerfälligen Satzbau", lobte 1903 der Saarlouiser Dechant und spätere Prälat Alexander Subtil.

Die Haus-Bibel enthält Kommentare. Ecker betont, dass die Erzählungen, wie "die sprechende Schlange im Paradiese" wörtlich zu verstehen seien, es "sind Tatsachen".

Die Schulbibeln sind illustriert mit Bildern des Münchner Künstlers Philipp Schumacher (1866 bis 1940). Die "Katholische Schulbibel", gedruckt mit weinrotem Einband bis in die 70er Jahre, ist für viele heute noch eine Erinnerung an die Schulzeit.

Der deutsche Text wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter die afrikanischen Sprachen Dindwelo, Ruhaya, Tschiluba sowie ins Bengalische.

Jakob Ecker kennen Fachleute in Saarlouis aber noch aus einem anderen Grund: Er schrieb vor dem Ersten Weltkrieg den Text für den "Saarlouiser Marsch", eine Art Haus-Marsch für das 30er Infanterie-Regiment Graf Werder in Saarlouis. Die Musik komponierte Adolf Reckzeh.

Er war lange nicht mehr zu hören - bis er nach fast 100 Jahren im Mai 2012 vom Heeresmusikkorps 300 erstmals wieder gespielt wurde, zur Feier der Gründung des Regimentes vor 200 Jahren.

Gedenkakt in Lisdorf

Zum 100. Todestag von Prof. Dr. Dr. Jakob Ecker lädt am 17. November in Lisdorf der Heimatkundeverein zur Gedenkfeier ein. Um 18 Uhr beginnt eine kurze Gedenkfeier am Grab des Verstorbenen, mit anschließender Messfeier in der Pfarrkirche. Um 19.30 Uhr beginnt in der Hans-Welsch-Halle die offizielle Feier. Die Gedenkrede wird der Diplomat Thomas Schmitt, ein Familienmitglied, halten. Hierzu sind die weitverzweigte Familie, Freunde und die Bevölkerung eingeladen.

Anmeldung bis zum 12. November beim Verein für Heimatkunde Lisdorf unter Telefonnummer (0 68 31) 4 16 94

Zur Person

Jakob Ecker wurde am 28. Februar 1851 in Lisdorf geboren und besuchte bis 1871 das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. Er studierte katholische Theologie, Philosophie und semitische Philologie in Trier, Bonn und Löwen. Nach der Priesterweihe (1875) und Promotion (1879) lehrte er in Münster Hebräisch. Als als Bibel-Übersetzer ist er weltweit bekannt und geachtet.

Für sein Lebenswerk ist er von Papst Pius X. persönlich gewürdigt worden. Ab 1886 war er Professor der alttestamentlichen Exegese am wiedereröffneten Trierer Priesterseminar. Ecker starb am 17. November 1912 in Trier und wurde in Lisdorf beigesetzt. mei