Gebühren für den Grünschnitt richten sich nach der Menge

Gebühren für den Grünschnitt richten sich nach der Menge

Nach mehr als zwei Jahrzehnten ändern sich die Gebühren für den Grünschnitt in Saarlouis. Gleichzeitig hängen die Gebühren nun von der wirklichen Menge ab, und nicht mehr, wie bisher, vom zum Transport benutzten Fahrzeug.

Die Gebühren für Grünschnitt werden in der Kompostierungsanlage Lisdorf künftig nach der tatsächlichen Menge und nicht mehr nach der Größe des Transportmittels berechnet. Gleichzeitig hebt er Neue Betriebshof Saarlouis (NBS) die Gebühren kräftig an. Der Stadtrat genehmigte dies zum 1. Januar. Doch der NBS wird das neue Gebührensystem erst im Frühjahr umsetzen, wie NBS-Leiter Björn Althaus gestern sagte.

Mehr als zwei Jahrzehnte habe sich an den Gebühren für den Grünschnitt in Saarlouis nicht geändert, erklärte Dietmar Esser, beim NBS zuständig für die Anlage auf dem Lisdorfer Berg.

Diskussionen in der Deponie

Jetzt hätten zwei Umstände die Änderung eingeleitet. Zum einen habe es unausgesetzt Diskussionen in der Deponie gegeben. Denn bislang zahlt man für eine Pkw-Ladung einen Euro , für einen Hänger bis zu zwei Metern Länge 2,50 Euro , bis drei Meter Länge fünf Euro . Man zahlt also nicht für die tatsächlich angelieferte Menge des Grünschnitts, sondern für die Größe des Transportmittels. Warum also soll zum Beispiel ein voll beladener Van nur einen Euro , ein mit vielleicht einem Drittel der Menge beladener Anhänger aber 2,50 Euro Gebühr kosten?

Den zweiten Grund für die Änderung lieferte die städtische Kämmerei. 2013 auf 2014 hatten sich die Kosten fast verdoppelt, weil nicht mehr die Stadt selbst, sondern eine Firma den Grünschnitt schreddert und siebt, um Komposterde zu erhalten. 2015 stiegen die Kosten nochmals leicht. Unterm Strich setzte die Stadt 2015 85 000 Euro zu, damit Private und Gewerbetreibende ihren Grünschnitt abgeben können, rechnete die Kämmerei vor. Der Kostendeckungsgrad beträgt nur noch ein gutes Drittel.

Komposterde entsteht

Und so wird jetzt gerechnet: Mengen, die bis zu zwei Säcken von je 120 Litern entsprechen, kosten zwei Euro . Das entspricht etwa einem viertel Kubikmeter. Das bedeutet, dass der halbe Kubikmeter vier und der ganze Kubikmeter acht Euro kostet. Im Zweifelsfall muss der Mitarbeiter vor Ort die Menge schätzen. Das tat er bisher auch schon, "und dabei hat es keine Probleme gegeben", bilanziert Esser.

26 000 Kubikmeter Grünschnitt landeten 2016 in der Kompostierungsanlage Lisdorfer Berg. Das Material wird nach drei Stärken gesiebt. Ein Teil wird Brennholz. Ein größerer Teil wird Komposterde, die der NBS verkauft (16,50 Euro ohne, 17,50 Euro mit Beladen).

Esser, der selbst ein passionierter Gärtner ist, rät: Die Erde ist von sehr guter Qualität, aber nährstoffarm. Sie eignet sich darum optimal zur Verbesserung des Bodens. Dazu sollte man aber nicht die (auch optisch) ganz feine Stufe nehmen (010), sondern die etwas gröbere (030).