Galerie Palz in Saarlouis zeigt Pop-Art

Pop-Art : Pop-Art machte Kunst aus Lust am Massenkonsum

Einst, in den 50er und vor allem den 60 Jahren, auch noch in den 70ern, wusste man nicht recht, was man von ihnen halten sollte, den Pop-Art-Künstlern. Machten sie sich über die Konsumkultur lustig oder fühlten sie sich pudelwohl in ihr?

Meinten sie ihre „Marilyn Monroe“, die Siebdrucke mit Suppendosen ironisch? Eine Suppendose und wirklich nichts dahinter? Und den Heutigen erscheint die damalige Pop-Art fast wie ein fröhliches Dokument für einen Optimismus, der unserer Gegenwart abhanden gekommen ist.

Pop-Art wurde schnell als teure, genial gute Kunstrichtung geschätzt, dann halb vergessen und neu entdeckt. Die Galerie Palz in Saarlouis greift die neue Wertschätzung in ihrer kommenden Ausstellung auf. Palz zeigt gut 30 Bilder, die meisten sind großformatig. Den Löwenanteil hat James Francis Gill, der ganz eigene Wege geht. Die fotografische Übergenauigkeit seiner Zeichnungen und Grafiken hat das Publikum bei Palz bereits 2017 fasziniert. Er probiert aber weiter, wie jüngere Exponate zeigen, etwa die vier Beatles.

Mit jeweils einigen Exponaten vertreten sind fünf weitere Pop-Art-Künstler. Alex Katz gehört zu den noch lebenden Pop-Art-Vertretern der ersten Stunde. An die erinnert sein „Coca Cola Girl“ von 2019. Daneben hängen zwei Männer-Portraits „Night“ und „Day“, Belege für den weiteren, eigenständigen Weg von Katz.

Ein Hauptvertreter der Pop-Art war Robert Rauschenberg. Zwei seiner Bilder in Saarlouis, entstanden in den 80ern, leben ganz aus den Ursprüngen: Collagenartig zusammengefügte Motive aus der Massenkonsumwelt. „Huldigung des Profanen“ nannte Rauschenberg solche Arbeiten einmal. Eng damit verwandt ist der Siebdruck „TV Still Life“, den Tom Wesselmann 1965 schuf. Weniger plakative, dafür hintergründige Popart vom Feinsten. Von Wesselmann, ebenfalls ein großer Pop-Art-Wegbereiter, stammt auch das prominenteste Exponat dieser Ausstellung: eine Art Stillleben im Riesenformat von 1991.

Mel Ramos ist vertreten mit seinem Dauerthema: Frauen so auf Produkte zu drapieren, dass sie wie eine Reklame-Einheit wirken. Beispiel ist „Toblerone Tess“.

Einziger Nicht-Amerikaner dieser Pop-Art-Ausstellung ist Erró aus Island. Von ihm zeigt Palz neueste Arbeiten. Darunter Bilder, die in einem speziellen Verfahren entstanden: Das Bild wird in einer Form eingetieft. Die Papiermasse wird darauf gestrichen, es entsteht ein reliefartiges Blatt, auf das nun Farbe aufgetragen wird. Es entstehen sehr laute, farbige, präsente Motive. Sie erinnern an überdimensionale Comics.

James Francis Gill, ist unter anderem mit „MM“ in der Saarlouiser Ausstellung vertreten. Foto: Michael Palz

Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 17. November, 11 bis 13 Uhr; geöffnet auch 15 bis 17 Uhr. Bis 7. Dezember. Lisdorfer Straße 9, Saarlouis, Tel. (06831) 9 66 58 00.

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