Fußgänger ohne Gehweg

Reisbach. Die Fußgänger der verlängerten Hoxbergstraße in Reisbach müssen sich weiterhin die Fahrbahn mit dem Straßenverkehr teilen. Bei der Sanierung der Straße hatten die Anlieger eine "erhebliche" Beteiligung an den Kosten eines Bürgersteiges abgelehnt, schildert Leser-Reporter Hermann Zell aus Reisbach, der Gehweg wurde folglich nicht gebaut

Reisbach. Die Fußgänger der verlängerten Hoxbergstraße in Reisbach müssen sich weiterhin die Fahrbahn mit dem Straßenverkehr teilen. Bei der Sanierung der Straße hatten die Anlieger eine "erhebliche" Beteiligung an den Kosten eines Bürgersteiges abgelehnt, schildert Leser-Reporter Hermann Zell aus Reisbach, der Gehweg wurde folglich nicht gebaut. Er hofft nun darauf, dass die Verkehrsteilnehmer, landwirtschaftliche und gewerbliche eingeschlossen, diese besondere Straßensituation auch beachten. Besonders Kinder und ältere Menschen seien gefährdet, schildert Zell.In der Straße ist Tempo 30 ausgewiesen. Da der ehemalige Forstweg als Anfahrt der Bergleute zur Anlage Nordschacht geduldet wird, herrscht ein recht hohes Verkehrsaufkommen in der Hoxbergstraße.

Als Beitrag der Gemeinde Saarwellingen schlägt Leser-Reporter Zell vor, zusätzliche Geschwindigkeitshinweise auf der Fahrbahn anzubringen und das Verhalten der Autofahrer anzumahnen.

Michael Philippi, Bürgermeister der Gemeinde Saarwellingen, kennt die Situation vor Ort: Das Problem entstand schon Anfang der 90er, als der Busverkehr, der die Bergleute zum Schacht brachte, eingestellt wurde und sich der Verkehr durch die Autos schlagartig verfünfzigfachte, schildert Philippi. Die Gemeinde ließ damals zunächst Kübel in der Straße aufstellen, aber das ändert nichts an der Verkehrsdichte. Zudem stellte sich heraus, dass der Lärm für die Anwohner zeitweise nicht mehr zu tolerieren war, vor allem nachts, weil manche Autofahrer nach dem Abbremsen an den Kübeln mit Vollgas weiterfuhren. "Ich habe mir das damals selbst bei einem Bekannten angehört und war betroffen", erinnert sich Philippi.

In der Hoxbergstraße gilt Tempo 30, entsprechende Schilder sind dort angebracht und gelten für den kompletten Verlauf der Straße, betont der Bürgermeister. "Sollte sich herausstellen, dass die Beschilderung nicht ausreichend ist, wird die Gemeinde das selbstverständlich nachbessern." Philippi verweist aber darauf, dass erfahrungsgemäß auch Schilder und Hinweise die Autofahrer nicht am Rasen hindern. Das Problem löse sich zum größten Teil aber ohnehin, meint der Saarwellinger Verwaltungschef, nämlich dann, wenn ab 30. Juni 2012 die Belegschaft im Nordschacht massiv reduziert wird.