Fußballmüde? Nicht in Saarlouis.

Fußballmüde? Nicht in Saarlouis.

Nach dem Finale der Fußball-Europameisterschaft ziehen die Betreiber des Saarlouiser Fandorfs eine positive Bilanz. Vor allem zu den Spielen der K.o.-Runde seien etliche Besucher gekommen. Lediglich das schlechte Wetter habe die Euphorie teilweise gebremst.

Um 22.49 Uhr ist es vorbei. Schiedsrichter Nicola Rizzoli greift zur Trillerpfeife. Nach 4.33 Minuten Nachspielzeit beendet er die Partie Deutschland gegen Frankreich - und somit den Traum vom Titel. 10 000 Besucher haben diesen Moment am vergangenen Donnerstag auf der Fanmeile in Saarlouis live miterlebt. "So viele Besucher hatten wir noch nie", berichtet Nathalie Klein, Pressesprecherin vom Fandorf. Sie zieht eine positive Bilanz: "Das Public Viewing hat dieses Jahr wieder zahlreiche Menschen nach Saarlouis gelockt."

Von fehlender Fußball-Euphorie will Klein nichts bemerkt haben. Dass der Andrang in den Vorrundenspielen überschaubar war, liegt ihrer Meinung nach ausschließlich an dem schlechten Wetter. "Erst mit Sonne, hohen Temperaturen und einem kalten Bier in der Hand kommt Stimmung auf", sagt sie, "Public Viewing ist eben eine Sommer-Veranstaltung." Dennoch betont Klein, dass viele Fans ihr Team auch bei strömendem Regen nicht im Stich gelassen haben. "Knapp 6000 Zuschauer haben unsere Nationalmannschaft in der Vorrunde pro Spiel angefeuert", erzählt sie.

Beim Viertelfinale gegen Italien und beim Halbfinale gegen Frankreich war die Saarlouiser Fanmeile komplett ausverkauft. Die gesamten Zahlen könne Klein noch nicht präsentieren, aber die Pressesprecherin ist zuversichtlich: "Wir haben das Fandorf dieses Jahr noch mal ausgeweitet. Ich hoffe wir schaffen es im Bundesvergleich der größten Fanmeilen auf Platz fünf." Bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2014 landete Saarlouis noch auf Platz sieben.

Und wie geht es jetzt weiter? "Wir wollen auch in Zukunft Public Viewing anbieten", sagt Klein, "Die Sponsoren haben schon ihr OK gegeben. Wenn die Stadt einverstanden ist, steht dem Fandorf auch weiterhin nichts mehr im Weg."

Mehr von Saarbrücker Zeitung