Umfrage: „Froh, wieder im Saarland zu sein“

Umfrage : „Froh, wieder im Saarland zu sein“

Welche Ereignisse des Jahres 2017 bewegten die Menschen in Saarlouis? Privates und Politisches sind das A und O.

Persönliche Erlebnisse sind für viele Menschen im Kreis „DAS Ereignis des Jahres 2017“. Aber auch die Bundestagswahlen mit den darauf folgenden Verhandlungen zu einer Regierungsbildung werden bei einer SZ-Umfrage genannt.

„Natürlich sind die Wahlen das A und O in 2017 gewesen“, sagt Dieter Tamm ganz spontan. Die souveräne WM-Qualifikation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nennt der Sport-begeisterte 67-jährige Saarlouiser ebenfalls. Aber auch Privates ist ihm wichtig: „Ich habe eine neue Lebenspartnerin kennengelernt und einen neuen Nebenjob gefunden.“ Dazu sei er mit dem TV Bildstock in der Altersklasse Ü64 Volleyball-Saarlandmeister geworden und habe Platz sechs bei den deutschen Meisterschaften erreicht.

„Was einen beschäftigt, sind selbstverständlich die Wahlen“, meint Heidi König-Schindler aus Saarlouis. Die 73-Jährige ärgert sich, dass allein die FDP für das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen kritisiert wird. „Ich finde, dass Christian Lindner Rückgrat bewiesen hat“, bescheinigt sie dem FDP-Vorsitzenden „Format und Charisma“. Persönlich seien ihr vor allem „Gesundheit und der Zusammenhalt in der Familie“ besonders wichtig.

Politisches und Privates nennt auch Franco Ghiglietti aus Wadgassen. Positiv sieht er, dass Donald Trump („ein gefährlicher Populist“) mit den Republikanern die Senatoren-Wahl im US-Bundesstaat Alabama verloren hat. Und „gut ist es, dass Deutschland Flüchtlingen aus Kriegsgebieten ein Leben in menschlicher Form ermöglicht.“ Im familiären Bereich hat ihn besonders gefreut, dass sein Neffe „nach sehr langer, langer Zeit wieder eine Arbeitsstelle bekommen hat“.

Familiäres und Persönliches steht ohnehin bei den meisten Befragten im Mittelpunkt. Ihren Familienurlaub in Südfrankreich („ganz spontan, aber richtig toll“) nennt Evelyn Mattina aus Nalbach. „Es war der erste Urlaub, in dem die Kleine was mitkriegte“, freut sich die junge Frau und Mutter der dreijährigen Valerie. Groß war auch die Freude, dass „ein ganz lieber Mensch sein Ferienhaus zur Verfügung gestellt hat.“ Sonst wäre der Familienurlaub gar nicht möglich gewesen.

Vater-Freuden stehen auch für Gernot Wirbel aus Tholey im Mittelpunkt. Mit 57 Jahren sei er „nochmal spät Vater geworden“. Die Geburt des Sohnes Rufus im April sei daher für ihn das Ereignis 2017. Der Musiklehrer kommt mit dem Kinderwagen ins Geschäft seiner jungen Lebensgefährtin in Saarlouis. „Ja, es war eine bewusste Entscheidung“, erzählen die Beiden. Sie freuen sich über den Nachwuchs, auch wenn ihnen klar ist, dass es nun „einen anderen Rhythmus“ in ihrem Leben gibt.

Heidi König-Schindler beschäftigt noch immer die Bundestagswahl. Foto: Axel Künkeler
Johannes Kropf freut sich, wieder zurück im Saarland zu sein. Foto: Axel Künkeler
Franco Ghiglietti findet die Flüchtlingspolitik Deutschlands gut. Foto: Axel Künkeler
Neuer Job, neue Freundin: Für Dieter Tamm brachte 2017 viele gute Dinge. Foto: Axel Künkeler
Für Evelyn Mattina und Töchterchen Valerie aus Nalbach war der Urlaub in Südfrankreich das Highlight des Jahres. Foto: Axel Künkeler

Wie etliche Befragte muss auch Johannes Kropf erst ein wenig überlegen. Dann sagt er lachend: „Klar. Ich bin sehr froh, wieder ins Saarland zurückgekommen zu sein.“ Nachdem er zehn Jahre aus beruflichen Gründen in der Nähe von Kaiserslautern gelebt hatte, fand der Saarlouiser Anfang des Jahres eine Stelle im Personalwesen einer Firma in Saarbrücken. Nun lebt er wieder in seiner Heimatstadt.

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