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Fraulautern fürchtet Lärm und Staub

Fraulautern fürchtet Lärm und Staub

Saarlouis. Das ist fast immer Formsache: Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) ist im Begriff, ein Bauvorhaben zu genehmigen und bittet die Kommune, in der der Standort liegt, um die Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens. Doch das lief im Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt des Saarlouiser Stadtrates jetzt anders

Saarlouis. Das ist fast immer Formsache: Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) ist im Begriff, ein Bauvorhaben zu genehmigen und bittet die Kommune, in der der Standort liegt, um die Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens. Doch das lief im Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt des Saarlouiser Stadtrates jetzt anders.Die Firma Fertigbau Laux will nämlich einen Lager- und Aufbereitungsplatz für unbelastete Erdmassen und Bauschutt betreiben. Das ist für das Unternehmen sinnvoll, weil Recycling von jenen Massen nicht nur wünschenswert, sondern oft auch wirtschaftlicher ist als die Entsorgung. Geeignet schien dafür ein Grundstück in Fraulautern, im Dreieck von Kohlbrunnenstraße und Ostring zum Parkplatz der Tagesanlage Duhamel hin.

Das von Laux beauftrage Planungsbüro TERRAG hatte Geschäftsführer Christoph Laux signalisiert, es werde keine Probleme geben. Und auch beim Vortrag im Ausschuss erweckte der TERRAG-Vertreter den Eindruck, die Rechtslage sei eindeutig, einer Genehmigung des Betriebs, zu dem unter anderem lärm- und staubträchtige Anlagen zum Sieben und zum Brechen von Steinen gehören, stehe nichts im Wege.

Stand es aber doch, denn zur Zufriedenheit von Zuhörern aus der Nachbarschaft des Grundstücks protestierten alle Fraktionen gegen das Vorhaben. Selbst wenn das Baurecht die Anlage zulasse, müsse alles getan werden, sie zu verhindern.

Laux war, wie er der SZ gegenüber bekannte, überrascht. Angesichts des Widerstands und der Frage unserer Zeitung, ob er eine Alternative nutzen würde, sagte er: "Ich stimme jedem Kompromiss zu." Könnte das ein Grundstück auf dem Lisdorfer Berg sein? Bürgermeister Klaus Pecina beantwortete diese Frage der Saarbrücker Zeitung mit ja. Und Laux sagt: "Das käme in Frage." Er suche das Gespräch mit der Stadt. Gut möglich also, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt.

Wenn nicht, sieht die Verwaltung immer noch die Möglichkeit, dass die Genehmigung für Fraulautern verweigert werden kann. Sie hat das LUA mit Verweis auf ein Urteil aus Baden-Württemberg aufgefordert, keine Genehmigung zu erteilen. Die Einwände der Stadt muss das LUA jetzt erst einmal prüfen. "Ich stimme jedem Kompromiss zu."

Antragsteller Christoph Laux

Meinung

Gut gebrüllt - teilweise

Von SZ-RedakteurMathias Winters

Wer Baurecht hat, muss es ausüben dürfen. Wäre dies nicht so, könnten wir uns Flächennutzungs- und Bebauungspläne schenken. Trotzdem ist es legitim, wenn Bürgervertreter einem Unternehmer (und erst recht seinem Planer, der kritischen Fragen ausweicht) klar machen, dass sein Vorhaben an diesem Ort nicht gewünscht ist. Deshalb: Gut gebrüllt Ausschuss!

Die Forderung des Ausschusses nach einer Bürger-Info zum Standort Fraulautern bringt dagegen nicht mehr, als den Schwarzen Peter wegzuschieben. Der Unternehmer hat die Grundstücke dort in berechtigter Zuversicht auf eine Genehmigung seines Vorhabens gekauft. Deshalb sollte die Stadt ihm eine Alternative bieten. Am Lisdorfer Berg ginge das.