Französische Generalkonsulin Robinet lud zum Nationalfeiertag nach Saarlouis ein

Empfang in Nachbars Garten : „Ein wichtiges Experimentiergebiet“

Ausnahmsweise in Saarlouis: Die französische Generalkonsulin Catherine Robinet lud am Nationalfeiertag nach Saarlouis ein. Man traf sich zum Empfang auf der Vaubaninsel.

„Es ist mir eine große Ehre, Sie, Madame Robinet, und ihre Gäste in Saarlouis begrüßen zu dürfen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie unsere Stadt in Würdigung des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Saarlouis und Saint-Nazaire für ihre Veranstaltung ausgesucht haben“, sagte Oberbürgermeister Peter Demmer am Sonntag beim Empfang der obersten Vertreterin der Republik Frankreich im Saarland, Generalkonsulin Catherine Robinet, auf der Vauban-Insel, anlässlich des französischen Nationalfeiertages.

„Wir stehen hier auf der Vaubaninsel, einem der schönsten Plätze unserer restaurierten Festungsanlagen. An kaum einem Ort wird unsere historische Verbundenheit zu Frankreich deutlicher als hier mitten in der Festung, die auf Geheiß von Ludwig XIV. und nach den Plänen von Festungsbaumeister Vauban und dem späteren Gouverneur Thomas de Choisy ab 1680 erbaut wurde. Die Saarlouiser tragen Frankreich jedoch nicht nur im Wappen, sondern auch im Herzen“, unterstrich Demmer. „Die Beziehungen zu Frankreich, aber auch zu den Partnern in der Großregion, sind Teil unserer städtischen Identität. Wir leben diese Beziehungen alltäglich, aber wir arbeiten auch daran, sie zu intensivieren und in alle Lebensbereiche hineinzutragen“,  fuhr er fort.

Frankreichs Nationalfeiertag erinnert an den Sturm auf die Bastille in Paris am 14. Juli 1789, der als Auftakt für die Französischen Revolution gilt. Auch 230 Jahre sind die Geschehnisse fest im Bewusstsein der Grande Nation verankert und Anlass für offizielle und private Feiern.

Saarlands Europabeauftragter Peter Strobel, Doris Pack, Generalkonsulin Catherine Robinet und Oberbürgermeister Peter Demmer. Foto: Petra Molitor/Stadt Saarlouis

Peter Strobel, der Minister für Finanzen und Europa des Saarlandes, betonte die europaweite Bedeutung der Ereignisse des 14. Juli 1789 und des folgenden 26. August, dem Tag der universellen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich. Er zitierte aus Artikel 1: „Die Menschen sind frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es! “ Dieser Satz habe „nachdrücklich Kräfte frei gesetzt. Auch die Menschen in unserer Region wollten frei sein. Die Verheißungen der Revolution haben die Untertanen elektrisiert. Sie pflanzten Freiheitsbäume, prangerten Missstände an und richteten selbstbewusste Forderungen an ihre Fürsten. Auch Saarlouis, seinerzeit zu Frankreich gehörig, profitierte damals vom neuen Rechtsrahmen in der Ersten Republik. Die Proklamation natürlicher und unveräußerlicher Rechte skizzierte eine globale Sicht auf die Welt. Sie wandte sich an alle Menschen, nicht nur an die Franzosen“, sagte Strobel.

Anschließend hatte die Gastgeberin, Catherine Robinet, das Wort: „Wie Herr Minister Strobel soeben erinnert hat, hat die französische Revolution nicht nur Saarlouis zum Kochen gebracht, sondern das ganze Saarland befand sich dadurch im Konflikt zwischen der Republik und dem Reich. Unsere gemeinsame Geschichte sollte noch viele bewegte und sogar dramatische Kapitel kennenlernen bevor wir heute, alle gemeinsam, diesen Moment der Geselligkeit teilen und, wenn Bedarf bestünde, die Bindung, die wir täglich durch die diversen Kooperationen, die aus unserer Grenzregion einen einzigartigen Ort machen, zu verstärken. Das Saarland und Lothringen mit ihren Partnern aus der Großregion sind nicht nur für Frankreich und Deutschland ein wichtiges Experimentiergebiet, sondern auch für die ganze Europäische Union. Nicht umsonst spricht man von der Großregion wie von einem kleinen Europa“, erklärte Robinet.

Sie drängte auf eine schnelle Umsetzung des Aachener Vertrags, der am 22. Januar 2019 von der Kanzlerin und dem Präsidenten der Französischen Republik unterzeichnet wurde. Die große Innovation des Vertrages sei sein Kapitel 4, welches vollständig der grenzüberschreitenden Kooperation gewidmet ist. Zum ersten Mal sei nun von den beiden Regierungen schwarz auf weiß festgehalten worden, dass Sie die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Kooperation anerkennen, um die Bindung zwischen den Bürgern und den Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze zu festigen.

Geselligkeit stand im Mittelpunkt des sommerlichen Empfangs zum französischen Nationalfeiertages Juli auf der Saarlouiser Vaubaninsel mit über 230 Gästen. Foto: Petra Molitor/Stadt Saarlouis

Dass diese Bindung auf gesellschaftlicher Ebene bereits vorhanden ist, konnte man an diesem Tag auf der Vaubaninsel deutlich spüren.

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