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„Frage der Einstellung zu sich“

„Frage der Einstellung zu sich“

Seit Aschermittwoch ist die 40-tägige Fastenzeit. Für viele Menschen im Kreis Saarlouis ist das ein Thema, wie eine Umfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigt. Doch in der Praxis hapert es: Längst nicht alle wollen wirklich fasten.

KarinMichalak
ClaudiaGiebel
ErichGier

Die Fastenzeit ist im Christentum die Zeit der Vorbereitung auf Ostern. Sie gilt als vor allem als Zeit der Buße und Enthaltsamkeit. Doch die religiöse Bedeutung verliert sich zunehmend. "Das ist heute alles nicht mehr so wie früher", erinnert sich Karin Michalak. Die gebürtige Dillingerin, die im nahen Lothringen lebt, mag gerne Süßigkeiten. "Man müsste mal wieder weniger schnäken", ist die Fastenzeit für sie immer noch ein Thema. Aber sie weiß nicht, meint sie schulterzuckend, ob sie es schafft, mal eine Woche ohne Kuchen auszukommen.

"Wenn man ehrlich ist", so Juan José Cabrero, "liegt es an der eigenen Bequemlichkeit." Deshalb wollen er und seine Frau Beate auch nicht fasten. Für die beiden Saarlouiser, die ebenso im benachbarten Frankreich wohnen, ist die Fastenzeit aber unter religiösen und gesundheitlichen Aspekten durchaus ein Thema.

Nicht so für den Dillinger Erich Gier. "In meinem Alter muss man nicht mehr fasten", sagt der 80-Jährige. Daher esse und trinke er dasselbe, bleibe "so dünn und so dick wie immer." Schließlich habe er sein Leben lang gesund gelebt, was man dem rüstigen Rentner durchaus ansieht.

"Mäßig, aber regelmäßig", ist auch das Motto von Volker Theobald übers Jahr hinweg. Deshalb sieht der Saarlouiser keine Notwendigkeit zu fasten. Für ihn seien weder Religion noch Gesundheitsbewusstsein ein Motiv für die Fastenzeit . Aber jeder solle machen, was er will, zeigt er sich tolerant.

"Überhaupt nicht", antworten auch Monika und Friedrich Crosby aus Saarlouis auf die Frage, ob die Fastenzeit für sie ein Thema sei. Dabei ist Enthaltsamkeit für sie schon wichtig. Auf Alkohol oder Fleisch verzichten, das machen sie immer wieder mal. Durchaus auch für sechs bis acht Wochen, nur bestimmen sie selbst den Zeitpunkt. Entscheidend ist für sie der Sinn des Fastens.

Das sieht auch Claudia Giebel so. Nicht aus religiösen, sondern aus persönlichen Gründen wolle sie fasten, so die Saarlouiserin zu ihrem Motiv. "Man lebt oft sehr großzügig, dann muss es mal richtig wehtun." Sie will sechs Wochen konsequent auf Süßigkeiten und Kuchen sowie Alkohol verzichten.

Beim Alkohol und beim Essen will sich auch Helmut Maaß aus Körprich einschränken. "Mit Ausnahmen", wie er einräumt, denn schließlich könne man sich bei Geburtstagsfeiern oder ähnlichen Anlässen in der Fastenzeit nicht völlig zurückhalten. Für ihn ist das Fasten eine Einstellungssache, eine Frage der "Einstellung zu sich selbst."