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Fußball
Ford überrascht mit der Vize-Meisterschaft

Bei der Siegerehrung wussten die Fußballer der Ford-Werke (in Blau) noch nicht so genau, was überwiegt: die Freude über Platz zwei oder die Enttäuschung über das verlorene Finale bei der deutschen Meisterschaft. Doch obwohl sie nur selten zusammen spielten, überzeugten sie bei dem Turnier in Diefflen.
Bei der Siegerehrung wussten die Fußballer der Ford-Werke (in Blau) noch nicht so genau, was überwiegt: die Freude über Platz zwei oder die Enttäuschung über das verlorene Finale bei der deutschen Meisterschaft. Doch obwohl sie nur selten zusammen spielten, überzeugten sie bei dem Turnier in Diefflen. FOTO: Ruppenthal
Diefflen. Das Team der Fordwerke Saarlouis ist bei der 19. deutschen Betriebssport-Meisterschaft im Hallenfußball in Diefflen sensationell Zweiter geworden. Ford unterlag erst im Finale dem vierfachen deutschen Meister Fritz Völkel. Von Philipp Semmler

Ein klein wenig enttäuscht waren die Fußballer der Ford-Werke Saarlouis dann schon. Im Endspiel um die deutsche Betriebssport-Meisterschaft im Hallenfußball am Samstag in Diefflen hatte das Team um Trainer Giuseppe Lo Scrudato klar mit 1:4 gegen Titelverteidiger Fritz Völkel den Kürzeren gezogen. „Wir waren lange gleichwertig, haben dann aber aufgemacht – und sind in Konter gelaufen“, haderte Lo Scrudato.


Doch schnell war der Frust beim Übungsleiter verflogen. „Wir sind stolz, dass wir das Saarland hier so gut repräsentiert haben. Das ist ein schöner Erfolg für uns. Wir sind glücklich.“ Denn schließlich war seine Mannschaft nach mehrjähriger Pause erstmals wieder bei deutschen Meisterschaften am Start – und hatte nicht gerade zu den Top-Favoriten gezählt.

Doch dann spielten die Saarlouiser eine ganz starke Endrunde. Und das, obwohl sie nur selten zusammen auflaufen. „Regelmäßiges Training wie in den Vereinen haben wir nicht“, erzählte Lo Scrudato. „Jeder hat ja andere Schichten. Wir spielen eigentlich nur die Turniere zusammen.“ Und das taten sie in Diefflen gut. Im Achtelfinale besiegte Ford die SG Stern Kassel klar mit 7:2 – und das, obwohl am zweiten Turniertag mit Claudio Meli (FSG Bous, früher Röchling Völklingen) einer der stärksten Spieler des späteren Vizemeisters ausfiel. Meli hatte sich in einer Vorrunden-Partie eine Nackenprellung zugezogen.

Auch im anschließenden Viertelfinale machte es Ford deutlich: Hier gab es einen 6:2-Erfolg gegen Merkur Gauselmann aus Nordrhein-Westfalen. Deutlich enger wurde es in der Vorschlussrunde. Hier wartete mit Rudolph Automotive Logistik Baunatal erneut ein Team aus Hessen auf die Saarlouiser. Die Begegnung war bis zum Schluss spannend – mit dem besseren Ende für die Saarländer: Dank Toren von Salvatore Frenda und Christopher Daub behielt das Ford-Werksteam mit 2:0 die Oberhand – und jubelte über den Einzug ins Endspiel.

Dort lief es dann aber nicht mehr so glatt. Fritz Völkel ging durch zwei Distanzschüsse früh mit 2:0 in Führung. Frenda konnte danach zwar auf 1:2 verkürzen, doch dann machten die Nordrhein-Westfalen mit zwei weiteren Treffern den Sack zu.



Fritz Völkel hatte zuvor schon einen weiteren saarländischen Teilnehmer bezwungen: Gegen das gastgebende Team von „Stahl Vital Dillinger Hütte“ setzten sich die Nordrhein-Westfalen im Viertelfinale mit 5:1 durch. Der Ehrentreffer für die Hüttenstädter gelang Michael Schneider.

„Wir haben am Anfang zwei Mal gepennt und dann gleich zwei Buden kassiert“, stöhnte „Stahl-Vital“-Übungsleiter Thorsten Theobald. „Wir sind natürlich enttäuscht. Denn wir hätten gerne den Titel in unserem Wohnzimmer geholt. Aber Fritz Völkel war auch extrem stark und ist verdient Meister geworden.“ Theobald ergänzte: „Wichtiger als zu gewinnen war aber, dass wir ein guter Gastgeber waren.“ Zufrieden war Theobald auch mit der Zuschauer-Resonanz: Rund 250 Besucher kamen in die Sporthalle nach Diefflen.