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Fontaines erste „Saarlouiser Kammermusik-Abende“

Fontaines erste „Saarlouiser Kammermusik-Abende“

Kammermusik ist ein Wagnis in Saarlouis. Das Publikum blieb stets überschaubar. Jetzt macht Joachim Fontaine einen neuen Versuch.

Joachim Fontaine ist ein Hochkaräter seines Fachs, besonders in der Wiederentdeckung verschütteter und vergessener Musik. Unglaublich, was er alles schon entdeckt hat, und was Radiosender und CD-Labels in halb Europa verbreitet haben. Der Mann hat Kontakte, und die nutzt er für Konzerte in seiner Heimatstadt Saarlouis, dort vor allem in der evangelischen Kirche. Mit Qualität darf man rechnen. Jetzt lädt er dorthin ein zu den ersten "Saarlouiser Kammermusik-Abenden".

Kammermusik meint eher kleine Ensembles mit einem eigenen Klang. Fontaine bietet drei Konzerte mit Musik aus dem 19. Jahrhundert an, Musik aus dem Mainstream dieser Zeit, der romantischen Musik. Und daraus wieder besondere Raritäten, aufgeführt von drei Ensembles. Damit präsentieren sich von Freitag, 3. März, bis Sonntag, 5. März, erstmals die "Saarlouiser Kammermusik-Abende", die unterstützt werden von der Stadt Saarlouis. Vor allem aber engagiert sich die evangelische Gemeinde stark in diesem Projekt - und sie steuert mit dem Kirchenraum eine vorzügliche Akustik bei.

Das erste Konzert stellt "women-composer" vor: komponiert haben diese starken Frauen im 19. Jahrhundert, in dem sie als Frau und Komponistin auch gesellschaftlich erstmals eine Chance bekamen, sich und ihre Musik auf den Podien der Konzertsäle zu präsentieren. Theresia Schumacher (Klavier) und die persische Geigerin Setareh Najfar-Nahvi, beide reisen aus Wien an, stellen an diesem Freitagabend Musik der Komponistin Clara Schumann vor, aber auch von Lili Boulanger, die am legendären Pariser Conservatoire Generationen erstklassiger Komponisten ausbildete. Darüber hinaus Werke hierzulande weniger bekannter Musikerinnen wie der Österreicherin Johanna Senfter oder der Kroatin Dora Pejacevic: Freitag, 3. März, 20 Uhr (Eintritt frei).

Zum zweiten Konzert reist ArParla an, ein Duo, das sich dem romantischen Repertoire von Harfe und Violine seit vielen Jahren in Konzerten, Rundfunk- und CD-Aufnahmen widmet. Maria Christina Cleary, die Harfenistin, spielt auf der ältesten spielbaren historischen Harfe der Welt, der Cousineau-Harfe, die ihre Heimat im Museum in Wadern hat, im Nachlass der Gräfin Lasalle. Zusammen mit dem italienischen Geiger Davide Monti, der als Konzertmeister von Weltklasse-Ensembles wie der kanadischen Formation "Tafelmusik" tätig war, wird sie Duos für Harfe und Violine vorstellen, die in den Jahren komponiert wurden, in denen die Harfe besonders beliebt war in Konzerten und bei Hausmusik (Samstag, 20 Uhr, Eintritt frei).

Théodore Gouvy, der saarländische Romantiker, einst gefeiert in den Musikmetropolen Leipzig und Paris, und dem seit langem Fontaines besondere Aufmerksamkeit gilt, wird auf dem Programm stehen am Sonntag, wenn die Solisten der Deutschen Radio Philharmonie Streichermusik in besonders farbigen Besetzungen präsentieren. Außerdem auf dem Programm ein Concertino, das der frühe Moderne Erwin Schulhoff, der nach seiner Zeit in Saarbrücken Karriere in Berlin machte, für die durchaus unübliche Besetzung Flöte, Viola und Kontrabass komponiert hat. Den Abschluss dieses Konzertes (Sonntag, 17 Uhr, Eintritt frei) macht ein deutscher Romantiker: August Klughardt.

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 Joachim Fontaine Foto: Johannes A. Bodwing
Joachim Fontaine Foto: Johannes A. Bodwing Foto: Johannes A. Bodwing

Joachim Fontaine ist ein Multitalent "Chorleiter, Musikforscher, Dirigent, Komponist, Organisator, Motivator, Autor, Ideengeber und Musikarchäologe" - er sei ein Besessener der sogenannten Alten Musik" nennt Musik-Journalist Friedrich Spangemacher (SR) den Saarlouiser Joachim Fontaine. Fontaine (Jahrgang 1962) ist Musiklehrer.