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Fastnacht
Fastnachtsball in Fraulautern abgesagt

Fraulautern. In Fraulautern wird es an diesem Sonntag keinen Umzugsball im Vereinshaus geben. Wie der Karnevalsverein GKG Fraulautern 1949 mitteilt, kann der traditionelle Ball nicht mehr stattfinden. Von Nicole Bastong

In Fraulautern wird es an diesem Sonntag keinen Umzugsball im Vereinshaus geben. Wie der Karnevalsverein GKG Fraulautern 1949 mitteilt, kann der traditionelle Ball nicht mehr stattfinden.


Verschiedene Gründe spielen dabei eine Rolle, erklärt Pressesprecherin Eva Ehrhardt: Der Hauptgrund ist, dass es in den vergangenen Jahren immer häufiger zu Vorfällen mit betrunkenen Jugendlichen, Schlägereien und Vandalismus kam, obwohl der Verein als Veranstalter zeitgleich immer mehr Security-Kräfte beschäftigte, um eben dies zu vermeiden. „Für die notwendigen Sicherheitskontrollen am Eingang und für die Aufsicht in der Halle mussten immer mehr Dienstleister beauftragt werden. Diese sollten verhindern, dass Drogen und Starkalkohol ins Vereinshaus eingeschleust werden“, schildert Ehrhardt. „Dennoch nahmen die Polizeieinsätze in den letzten Jahren leider merklich zu.“ Einmal habe die Polizei die Veranstaltung sogar schließen müssen.

Vor allem betrunkene Jugendliche seien ein Problem, betont Ehrhardt: „Da nutzen auch Ausweiskontrollen nichts. Wenn wir ihnen keinen Alkohol verkaufen, kommen sie mit einem älteren Freund wieder oder, auch das gibt es, dass die Eltern ihren Kindern dann die Getränke kaufen.“ Dazu kommen immer weitere Auflagen, sagt Ehrhardt, die den Verein Zeit und Geld kosten: So muss etwa der Hallenboden im Vereinshaus aufwändig abgeklebt werden und am nächsten Tag von einer Fachfirma teuer gereinigt werden. Zusätzlich zogen sich Aufräum- und Reinigungsarbeiten bis tief in die Nacht. Auch die Auflagen bei der Getränkeausgabe wurden verschärft: So dürfen zum Beispiel keine Flaschen oder Gläser ausgegeben werden. „Solche Auflagen sind zwar sinnvoll“, meint Ehrhardt, „aber es ist für uns ein Mehraufwand. Die Veranstaltung wurde mehr und mehr unrentabel für unsere Vereinskasse.“



Vielen, die sich nun beklagten, sei nicht klar, erklärt Ehrhardt, dass allein der Umzug den Verein Tausende Euro kostet und mit viel Arbeit verbunden ist. Diesen Aufwand finanziert der Verein zu einem Teil mit dem Verkauf von Umzugsbändchen am Straßenrand für einen Euro.

Der Umzug startet wie gewohnt am Sonntag um 14.11 Uhr. Der Verein begrüßt die Feierfreudigen in diesem Jahr auf dem Brunnenplatz vor dem Vereinshaus, dort ist auch für Bewirtung gesorgt. „Vielleicht wagen wir auch in den nächsten Jahren einen Neustart mit einem neuen Konzept“, sagt Ehrhardt, „wir müssen sehen, wie es sich entwickelt.“