Fast so etwas wie ein Heimsieg

Die Saarland Open in Saarlouis sind das einzige Tennisturnier der Region, bei dem es um Weltranglistenpunkte geht. Am Sonntag sicherte sich der Frankfurter Benjamin Fanselow den Sieg. Und nicht nur damit sorgte er für eine Überraschung.

Ein brachialer Aufschlag, ein Return ins Netz - der Rest war Jubel eines in mehrfacher Hinsicht Überraschungssiegers. Nach nur 91 Minuten holte sich Benjamin Fanselow (23) am Sonntag den Sieg bei der zweiten Auflage der Saarland Open, dem einzigen Tennisturnier um Weltranglistenpunkte in der Region. Die Nummer 1785 der Tenniswelt besiegte den an Nummer drei gesetzten Kroaten Duje Kekez (immerhin 485. der Weltrangliste) glatt mit 6:4 und 6:2. "Bis zum 4:4 im ersten Satz haben wir beide unsere Aufschläge recht stabil durchgebracht. Da dachte ich mir: Jetzt einfach Punkt für Punkt machen", schilderte der für Eintracht Frankfurt spielende Fanselow die vielleicht entscheidende Phase des Matches.

Das erste Break durch einen technisch anspruchsvollen Überkopfball brachte den ersten Satz, der zweite Aufschlagverlust von Kekez gleich im ersten Spiel des zweiten Durchgangs war dann schon die Vorentscheidung. "Man will ja immer den Schwung mitnehmen, diesmal hat es geklappt", sagte der Sieger, der besonders viel Applaus bekam, weil sich während des Finales Details seiner "Vergangenheit" auf dem Center Court herumsprachen: "Ich wurde in Saarlouis geboren und habe die ersten zwei Jahre meines Lebens keine drei Kilometer entfernt von der Anlage des TC Blau-Weiß verbracht. Aber ehrlich gesagt, Erinnerungen daran habe ich keine mehr", sagte Fanselow.

Der Präsident des Landessportverbandes (LSVS), Klaus Meiser , war vom Finale und der Veranstaltung an sich mehr als angetan: "Es ist gut für den Saarsport und das Saarland, ein solches Weltranglistenturnier im Land zu haben", so Meiser. "Wir wollen die Veranstalter auch künftig unterstützen."

Das ist natürlich Musik in den Ohren von Organisator Fred Becker, der sich auch ansonsten freuen konnte. "Es hat alles reibungslos geklappt, auch weil die vielen Helfer sich oft bis in die Abendstunden richtig reingekniet haben", freute sich der Vorsitzende des TC Blau-Weiß und versprach: "Es wird dieses Turnier auch 2016 geben."

Turnierdirektor Boris Cucka hatte neben den besser gewordenen Rahmenbedingungen natürlich besonders das Sportliche im Blick. "Der Stellenwert der Veranstaltung wächst, mittlerweile kommen Sponsoren auch auf uns zu", sagte Cucka. "Die Entscheidung, ein Damen- und ein Jugendturnier mit einzubinden, war nicht nur gut, sie war ein Volltreffer." Mehr als 2000 Besucher wurden in den acht Turniertagen auf der Anlage gezählt, ein Viertel mehr als im Vorjahr. Dass das Damen-Finale ausfiel, war allerdings ein echter Schönheitsfehler. "Finalistin Samira Backes stand bei ihrem Verein im Wort, dort in der Liga zu spielen", erklärte Cucka die Absage der Homburgerin wegen Terminkollision. "Wir sind im Gespräch mit dem Verband, dass dies im nächsten Jahr nicht passiert." So ging der Turniersieg kampflos an die Hanauerin Ruxandra Schech.
U18-Titel geht nach Bous

Den Debüt-Sieg in der Altersklasse der U18-Junioren holte sich mit Gianluca Falletta ein Lokalmatador. Der Bouser setzte sich mit 6:3, 4:6 und 10:5 gegen Konstantin Cucka (Kern) durch. Das Herrendoppel sicherte sich am Samstag der spätere Einzel-Finalverlierer Kekes mit Partner Danylo Kalenichenko. Er gewann mit 6:2 und 6:1 über Sherif Abohabaga und Benjamin Hassan.