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Familiendrama von Roden schockt Familie und Freunde bis heute

Familiendrama von Roden schockt Familie und Freunde bis heute

Saarbrücken. Sichtlich betroffen von ihren Erlebnissen haben der Schwager und eine Freundin der 40 Jahre alten Martina T. aus Saarlouis-Roden vor dem Schwurgericht ausgesagt. Sie sind Zeugen im Mordprozess gegen den Ehemann von T. Der 48-Jährige soll am Morgen des 24

Saarbrücken. Sichtlich betroffen von ihren Erlebnissen haben der Schwager und eine Freundin der 40 Jahre alten Martina T. aus Saarlouis-Roden vor dem Schwurgericht ausgesagt. Sie sind Zeugen im Mordprozess gegen den Ehemann von T. Der 48-Jährige soll am Morgen des 24. Januar 2009 seine Frau Martina, den gemeinsamen Sohn (6) und seine Stieftochter (20) mit einem Beil und einem Messer getötet haben. Angeblich, weil die Frau sich von ihm trennen wollte. Nur das kleinste gemeinsame Kind, ein dreijähriger Junge, blieb verschont. Der Bub lag schlafend im Elternschlafzimmer, als die beiden Zeugen am Abend des Tattages durch den Keller ins Haus der Familie T. gingen, um nach dem Rechten zu sehen. Warum? "Ich hatte den ganzen Tag über so ein ungutes Gefühl", sagte gestern die Freundin der getöteten Frau. Sie habe an jenem Samstag mehrfach bei Martina angerufen, sie aber nicht erreicht. Martina habe auch nicht zurückgerufen. Das habe so gar nicht zu ihr gepasst. Sie sei zum Haus von T. und habe geklingelt, aber niemand habe geöffnet. Obwohl die Autos da waren. Am Nachmittag sei sie zu dem Stall gefahren, wo das Pferd von T. stand. Das Tier sei noch nicht versorgt gewesen. Nun, so die Zeugin, habe sie sich richtig Gedanken gemacht. Sie sei zur Schwester von Martina und deren Mann gefahren. Alle drei seien dann weiter zum Haus der Familie T. in Roden - niemand öffnete. Nach Rücksprache mit der Polizei gingen die Freundin und der Schwager von T. durch den Keller in das Einfamilienhaus. Zuerst zum Wohnzimmer, der Mann vorneweg. Er habe Licht gemacht, sei in der Tür stehen geblieben. Dann habe er sich umgedreht und gesagt: "Es ist etwas passiert, sie leben nicht mehr." Die Freundin von T. habe er nicht ins Zimmer gelassen. Dann hätten sie die Kinder gesucht: "Wir gehen die Treppe hoch. Ich bleibe stehen. Man sieht überall das Blut." Der Mann sei in die Zimmer, nachzusehen. Er habe zwei Leichen gefunden. Zuletzt hätten sie das jüngste Mitglied der Familie entdeckt. Den schlafenden, äußerlich unverletzten Jungen. Beamten fanden dann im Wohnzimmer die Leiche von Martina T. und deren blutüberströmten Ehemann - bewusstlos. Der 48-Jährige, der zu den Taten schweigt, hatte sich bis zur Besinnungslosigkeit betrunken. Der Junge, der verschont blieb, lebt jetzt in einem Heim unter ärztlicher Kontrolle. Wie viel er vom Geschehen weiß, ist ungewiss. Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt. wi