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Fairtrade ist im Kommen: Fair gehandelt ist den Leuten etwas wert

Fairtrade ist im Kommen : Fair gehandelt ist den Leuten etwas wert

Bewusstes Einkaufen liegt im Trend – gerade auch bei Lebensmitteln. Viele Verbraucher sind bereit, für fair gehandelte Produkte etwas mehr zu zahlen.

Das Bewusstsein für die Herkunft von Produkten nimmt zu. Wichtige Aspekte sind auch die Produktionsbedingungen und eine faire Bezahlung für den Produzenten. Der Verbraucher erkennt fair gehandelte Produkte am Fairtrade-Siegel, das von der Fairtrade-Initiative vergeben wird.

Wir haben in einem Umfrage-Center bei unseren Leser gefragt, wie gut sie sich in Sachen Fairtrade auskennen, und ob sie bereit sind, den fairen Handel durch etwas höhere Verbraucherpreise zu unterstützen. Im Kreis Saarlouis haben 139 Personen an der Umfrage teilgenommen. Das Ergebnis ist damit natürlich nicht repräsentativ, ergibt allerdings ein deutliches Stimmungsbild.

Fairtrade ist den Meisten der Befragten ein Begriff. 94 Prozent (131 Personen) gaben an, den Begriff Fairtrade zu kennen, lediglich sechs Prozent antworteten mit „Nein“. Etwas kniffliger wurde es bei der zweiten Frage. Wir wollten wissen, was das Ziel von Fairtrade ist. 34 Prozent (47) wählten die erste Antwort-Option. Damit waren sie der Meinung, es gehe darum, dass im weltweiten Handel alle Beteiligten gleich viel verdienen sollten. Vier Prozent (5) meinten, die Produkte sollten möglichst lokal und regional verkauft werden. Richtig lagen 63 Prozent (87) Personen mit ihrer Antwort: „Es geht um Minderung der Armut im Süden und einen gerechten Welthandel.“

Um das Ziel eines gerechteren Handels zu finanzieren, wären 42 Prozent (58) bereit, für garantiert fair gehandelte Produkte etwas mehr Geld auszugeben, 51 Prozent (71) antworteten „Es kommt darauf an“. sechs Prozent (8) wären eher nicht bereit, höhere Preise zu zahlen, und ein Prozent (2) gaben an, sich das nicht leisten zu können.

Die Vielfalt der fair gehandelten Produkte wächst. Während 95 Prozent (132) Kaffee, 86 Prozent (120) Bananen und 83 Prozent (116) Schokolade und immerhin noch 77 Prozent (107) Reis als Fairtrade-Produkte kennen, sind andere Waren deutlich weniger bekannt: 53 Prozent (74) kennen Pullover, etwas niedriger liegt der Wert bei Blumen und Wein. Faires Müsli kennen hingegen nur 19 Prozent (26). Dass es auch Fairtrade-Eiscreme gibt, konnten sich nur noch neun Prozent (13) der Befragten vorstellen.

In einer offenen Frage wollten wir zum Schluss wissen, wie die Fairtrade-Idee weiter verbreitet werden könnte. „Mehr Werbung“ wurde mehrfach genannt. Außerdem schlugen die Teilnehmer vor zum Beispiel Bauern vorzustellen, die von dem System profitieren und bei der Erziehung von Kindern in Kindergarten und Schule auf die Produkte und die damit verbundenen Ziele hinzuweisen. Manche wünschten sich auch, mehr Fairtrade-Produkte in Supermärkten zu bekommen oder in jeder größeren Stadt einen entsprechenden Laden ansteuern zu können. Etwas radikaler war da schon der Vorschlag, Produkte ohne ein Siegel für fairen Handel bei der Einfuhr in die EU mit Strafzöllen zu belegen oder den Handel komplett zu verbieten.

Wer beim SZ-Umfrage-Center mitmachen will, muss sich nur einmalig registrieren. Die Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

 Fairtrade-Kaffe kennt fast jeder. Dabei wissen viele nicht, dass es im deutschen Handel mittlerweile noch jede Menge andere fair gehandelte Produkte gibt.
Fairtrade-Kaffe kennt fast jeder. Dabei wissen viele nicht, dass es im deutschen Handel mittlerweile noch jede Menge andere fair gehandelte Produkte gibt. Foto: dpa/Miriam Ersch

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