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| 21:12 Uhr

„Es muss alles in einen Topf“

Frei- und Hallenbäder – hier das in Lebach nach der Sanierung 2010 – erfordern Zuschüsse der Kommunen. Die Frage ist: Wie können die gerecht verteilt werden? Foto: Stadtwerke Lebach
Frei- und Hallenbäder – hier das in Lebach nach der Sanierung 2010 – erfordern Zuschüsse der Kommunen. Die Frage ist: Wie können die gerecht verteilt werden? Foto: Stadtwerke Lebach FOTO: Stadtwerke Lebach
Saarlouis. Seit Monaten sucht das Innenministerium eine Lösung zur Finanzierung der saarländischen Schwimmbäder. Die SZ hat bei Kommunen im Kreis nachgefragt, wie dort die Situation eingeschätzt wird. Mathias Winters,Sarah Konrad (beide SZ)

Wie geht's weiter mit den saarländischen Schwimmbädern? Seit Monaten suchen Landesplaner eine Antwort auf diese Frage. Jetzt hat Innenminister Klaus Bouillon erste Details aus dem Bäderkonzept bekannt gegeben. Etwa zur künftigen Finanzierung. Und dieser Punkt sorgt prompt für Diskussionen. Denn die Landesplaner schlagen vor: Kommunen, die kein eigenes Bad unterhalten, müssen sich an der Finanzierung beteiligen. Schließlich nutzen deren Bürger die Bäder benachbarter Kommunen (wir berichteten).

Die Saarlouiser Bürgermeisterin Marion Jost ist von dieser Idee begeistert. Sie will sich für eine Drittelfinanzierung durch Land, Kreis und Stadt einsetzen. "Unsere Bäder dienen der Daseinsvorsorge, auch über die Stadtgrenzen hinaus", sagt sie. Die beiden Schwimmbäder in Saarlouis hätten ein sehr großes Einzugsgebiet. Gemeinsam verzeichneten sie über 200 000 Besucher pro Jahr. "Diese kommen nicht nur aus Saarlouis , sondern zu großen Teilen auch von außerhalb." Ferner würden viele Schulen und Vereine die Bäder nutzen. "In Prinzip praktizieren wir hier interkommunale Zusammenarbeit im Sport- und Freizeitbereich, nur ohne finanziellen Ausgleich", beschwert sich Jost. Sie fordert eine Art Querfinanzierung, um das jährliche Defizit von 608 000 Euro auf mehr Schultern zu verteilen.

Kreisweit koordinieren?

"Interkommunale Zusammenarbeit" ist auch für Jörg Wilhelmy, Hauptamtsleiter in Ensdorf, das richtige Stichwort. "Mir ist die kreisweite Kooperation, wie sie in St. Wendel angestrebt wird, sympathisch", sagt er. Ensdorf benötigt für sein Freibad "einen hohen fünfstelligen Betrag" als jährlichen Zuschuss. Eine gerechte Verteilung der Lasten nennt Wilhelmy wünschenswert.

Gibt es Modelle für besagte Zusammenarbeit? Die Nachbar-Kommunen Lebach und Schmelz betreiben jeweils nur ein Bad, Lebach sein Hallenbad und Schmelz das Heidebad genannte Freibad. Allerdings steckt dahinter keine verbriefte Kooperation. Und die Regelung, dass Lebach im Sommer Busfahrten aus der Stadt nach Schmelz zum Freibad bezuschusst, ist seit diesem Jahr Geschichte. Der Stadtrat hat sich dagegen entschieden.

Gegenseitigkeit fehlt

"Wir hatten Schmelz angefragt, ob die Gemeinde nicht im Gegenzug in den kalten Monaten für Fahrten nach Lebach ins Hallenbad einen Zuschuss geben will", sagt Roman Werth, Leiter des Fachbereichs I der Lebacher Stadtverwaltung, zu dem unter anderem Tourismus und Wirtschaftsförderung gehören. Der Vorschlag wurde jedoch nicht aufgenommen. Von einer echten interkommunalen Zusammenarbeit im Bäderwesen kann also nicht die Rede sein. "Es muss alles in einen Topf geworfen werden", fordert Werth. "Ein Konzept muss her." Alleine könnten Städte und Gemeinden auf Dauer die Defizite durch Bäder nicht ausgleichen. Fest steht für ihn aber auch, dass Lebach trotz der etwa einer Million Euro Minus pro Jahr ein Hallenbad braucht. Schließlich ist die Stadt bedeutender Schul- und Bundeswehr-Standort. Die Besucherzahl des Bades liegt zwischen 72 000 und 75 000 pro Jahr.

Meinung:

Besser auf der Landesebene

Von SZ-Redakteur Mathias Winters

Kreisweite Kooperation klingt gut. Aber das wird bei einem Ausgleich der Lasten, die Bäder verursachen, nicht klappen. Kommunen, die ein oder gar zwei Bäder betreiben, werden jubeln, die, die keines haben, murren - und in allen 13 Städten und Gemeinden des Kreises wird über die erhöhte Kreisumlage gemeckert werden, wenn kreisweite Finanzierungen angepackt werden.

Nein, das Konzept, wo und wie viel schwimmbare Wasserfläche in diesem kleinen Land wirtschaftlich sinnvoll unterhalten werden soll, sollte auf Landesebene erstellt, koordiniert und bezahlt werden. Nur so kann ein größerer Wurf mit nennenswerten Einsparungen gelingen.