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„Es geht darum, den sozialen Kitt zu erhalten“

„Es geht darum, den sozialen Kitt zu erhalten“

Auch den Sozialverband VdK treibt vermehrt die Sorge um, eine fehlgeleitete soziale Neiddebatte könnte die Gesellschaft destabilisieren. Beim 21. Kreisverbandstag am Samstag warnten Redner vor einem Verlust an Solidarität.

Als "hoch gefährlich" hat am Samstag der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK, Armin Lang, eine Entwicklung bezeichnet, wonach ein Großteil der Deutschen nicht das Gefühl habe, es gehe im eigenen Land gerecht zu.

Beim 21. VdK-Kreisverbandstag in Fraulautern bestätigte OB Roland Henz, vermehrt mit Aussagen konfrontiert zu sein wie: Die Flüchtlinge werden bevorzugt, den Menschen in Deutschland aber wird etwas abgenommen. Henz: "Ich kann nicht erkennen, dass jemand in Deutschland aufgrund der Flüchtlinge ärmer geworden wäre."

Tendenzen zu mehr Armut in Deutschland gebe es schon länger als die Flüchtlinge , sagte Henz. Lang: "Und wir werden in Deutschland noch viel, viel mehr Armut bekommen, unter anderem, weil Renten dramatisch sinken."

Solidarität bleibt das Ur-Thema

Henz beklagte, der Gedanke der Solidarität habe nicht mehr den Stellenwert, der ihm gebühre. "Wer an Solidarität rüttelt, rüttelt an Grundfesten der Demokratie." Landrat Patrik Lauer sagte, es gehe jetzt darum, den sozialen Kitt in der Gesellschaft zu erhalten, den sozialen Frieden zu wahren." Roland Henz und Patrik Lauer würdigten die Rolle des VdK in dieser Situation.

Der VdK sei das "soziale Herz unseres Landkreises", betonte Lauer. Solidarität sei das Ur-Thema dieses Sozialverbandes. "Aktuell wie nie zuvor" sei dessen Auftrag. Solidarität, sagte Henz, "wird nie ein altmodischer Begriff sein".

Lang erinnerte daran, dass es Opfer des Krieges, darunter auch Flüchtlinge , gewesen seien, die vor 69 Jahren den VdK gegründet haben.

"Im Sinne der Gründer muss der VdK auch heute wieder auf Seiten der Opfer stehen. Flüchtlinge sind Opfer, deshalb braucht es unsere Solidarität mit Menschen, die zu uns kommen, zu uns kommen müssen."

Lang erinnerte zugleich daran, dass der VdK allein von seinen Mitgliedern (41 000 im Saarland, davon 7150 in den 34 Ortsverbänden im Kreis Saarlouis ) finanziert werde. "Wir haben nur einen Auftraggeber, das sind unsere Mitglieder. Wir vertreten ausschließlich ihre Interessen."

800 Beratungen in 2015

Laut Lang wächst die Zahl der VdK-Mitglieder an, ebenso die Zahl der Beratungen vor allem in sozialrechtlichen Konfliktfällen mit Behörden und Kassen. 800 Beratungen zählte der Sozialverband VdK im Kreis 2015. Auch politisch setzt der VdK sein Gewicht ein.

Lang bekräftigte Forderungen, die Barrierefreiheit im Alltag zu beseitigen. "Weg mit der Hürde" sei in Motto 2015. Ein Ziel dabei sei, die stationäre Unterbringung von alten Menschen nicht zu verbilligen ("Pflegekräfte verdienen ohnehin nicht viel"), sondern zu vermeiden, indem sie zu Hause wohnen bleiben können. Das nutze beiden, den alten Menschen und den öffentlichen Kassen.

Der Saarlouiser Kreisverbandstag des VdK tritt alle vier Jahre zusammen.

Zum Thema:

Auf einen BlickMit der silbernen Ehrennadel (mindestens zwölf Jahre im Ortsverbandsvorstand) wurden ausgezeichnet: Dorit Schuler, Bous, Brunhilde Hart, Körprich/Bilsdorf, Theodora Uder, Piesbach, Ilka Rupp, Piesbach, Elfriede Stumm, Schaffhausen/Hostenbach, Horst Mysliwietz, Piesbach, Jürgen Kurzenberger, Körprich/Bilsdorf, Horst Fritz, Nalbach, Herbert Wirth, Nalbach, Hans-Werner Schmitt, Altforweiler, Gerhard Groß, Lisdorf.Die Goldene Ehrennadel (mindestens 16 Jahre im Ortsverband) erhielten: Waltraud Wein, Wadgassen, Lisette Meuren, Griesborn/Schwalbach, Rita Fritz, Schwarzenholz, Reiner Weisenseel, Überherrn, Herbert Rupp, Wadgassen, Peter Laux, Saarwellingen, Joachim Becker, Piesbach, Hans Kneip, Lisdorf. red

Zum Thema:

Auf einen BlickBeim Verbandstag des VdK-Kreisverbandes in Saarlouis bestätigten die 97 Delegierten den Vorsitzenden Franz Leinenbach einstimmig im Amt. Zu seinem Stellvertreter wurde Elmar Hubertus. gewählt. Schatzmeister ist Peter Laux, Schriftführerin ist Anne Schmitt-Horns. Beisitzer sind Reiner Weisenseel, Peter Thönes, Wilfred Kiefer, Hans-Joachim Mergener, Manfred Jungmann, Horst Fritz, Bernd Serf, Klaus Adam, Wilfried Hose, Helene Recktenwald, Jacob Fuhrmann und Hermann Josef Amann. Revisoren sind Rudi Stumm, Hans-Rudolf Folz und Hans Albert Zimmer. Zum Kreisvorstand gehören auch der Ehrenvorsitzende Georg Schmidt und Ehrenmitglied Norbert Schmidt. red