Erster Seniorenabend im Globus-Baumarkt in Saarlouis

Saarlouis : Wenn der Nachbar zur „Alarmanlage“ wird

Beim ersten Seniorenabend im Globus-Baumarkt in Saarlouis wird deutlich: Das Bedürfnis nach Sicherheit wird größer.

Das Interesse überrascht Jörg Folz. Rund 80 Anmeldungen – mit so vielen hätte der Leiter des Globus-Baumarktes in Saarlouis nicht gerechnet. Doch das Thema des ersten Seniorenabends kürzlich in seinem Markt in der Schanzenstraße ist vielen sehr wichtig. Und dieses Thema lautet: Sicherheit.

Folz und seine Mitarbeiter haben den Seniorenabend zusammen mit dem Landkreis Saarlouis organisiert. Das Motto heißt „Sicher und lange zu Hause leben“. „Keine Sorge, es gibt hier keine Verkaufsshow, sondern Informationen“, sagt Landrat Patrik Lauer zu Beginn des Abends, der den Auftakt zu einer Reihe bildet. Dass die Senioren im Mittelpunkt stehen und auch für einen Baumarkt immer interessanter werden, ist kein Zufall. Denn die Gruppe der über 65-Jährigen wächst stetig. Derzeit seien 20 Prozent der Bevölkerung im Landkreis älter als 65, informiert Barbara Mohr. Sie ist beim Landkreis für Senioren zuständig. Als Leiterin der Servicestelle Ehrenamt und der kommunalen Beratungsstelle „Besser leben im Alter durch Technik“ weiß sie ganz genau, was die Menschen im Alter bewegt.

Sicherheit steht ganz oben auf der Liste. Zum Beispiel beim Hausbau. „Heute gibt es viele Möglichkeiten“, sagt Mohr und nennt einige Beispiele: breitere Türen, ebenerdige Duschen, Treppenlifte, Sturzsensoren und Zeitschaltuhren, die Alarm auslösen, wenn zum Beispiel zwei Stunden keine Bewegung zu vernehmen ist. Vieles funktioniere heute über das Smartphone. „Noch nie war das Alter so schön wie heute – unterstützt durch Technik“, sagt Mohr. Ihr Angebot an die Senioren: „Rufen Sie an, ich komme vorbei und helfe.“

Helfen wollen auch Günter Engelbrecht und Gerhard Stuhlsatz. Die beiden sind als Seniorensicherheitsberater tätig, Engelbrecht in Saarlouis, Stuhlsatz in Saarwellingen. Engelbrecht spricht im Markt über den Enkeltrick („Oma, ich bin’s! Kannst du mir Geld leihen ...?“) und falsche Polizisten („Hallo, bei Ihnen soll eingebrochen werden ...“) und warnt: „Sobald jemand anruft und eine Geldforderung stellt, sofort auflegen!“

Stuhlsatz gibt Tipps, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann. Er rät, den Haustürschlüssel nicht unter dem Blumentopf an der Haustür zu verstecken und die Fenster zu schließen. Zu hohe Hecken seien ebenfalls ein Problem. „60 Zentimeter sind optimal.“ Und: „Auch ein gutes Verhältnis zum Nachbarn schafft Sicherheit – wenn Sie nicht da sind, gibt es jemanden, der aufpassen kann.“

Wie wichtig die Sicherheit ist, darüber weiß auch Marktleiter Folz zu berichten. In seinem Markt gibt es dazu rund 1500 Artikel: Schlösser, Alarmanlagen, Tresore, Zäune, Rauchmelder, Babyfone und vieles mehr. Alles findet der Kunde in der sogenannten „Sicherheitsstraße“. „Dass die Kunden – Ältere wie Jüngere – an Sicherheit interessiert sind, macht sich bei uns im Umsatz deutlich bemerkbar“, sagt Folz.

Deutschland, ein Land der Angsthasen und Panikmacher? Nein, so weit will René Gaspard vom Landespolizeipräsidium nicht gehen. Statt von Panikmache spricht er lieber von einem Bedürfnis nach Sicherheit. Und dieses Bedürfnis werde eben immer größer. Aber über ein Phänomen wundert sich Gaspard dann doch ein wenig: Die Polizeiberatung zum Thema Einbruchsicherheit werde im Saarland seit zwei Jahren sehr stark nachgefragt.

Dabei gebe es objektiv keine Gründe, sich größere Sorgen um die Sicherheit zu machen, sagt Gaspard. Statistisch sei es sehr unwahrscheinlich, Opfer eines Einbruchs zu werden. Doch Zahlen – und sind sie noch so eindeutig – sind das eine, das subjektive Gefühl ist das andere. Noch mehr über das Thema erfahren die Senioren am 11. Januar 2018. Beim zweiten Seniorenabend im Baumarkt spricht Gaspard noch ausführlicher über Einbruchschutz.

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