Erste Schritte ins Rampenlicht

Voll besetzt war das Vereinshaus Fraulautern, als die Spielgemeinschaft (SG) Lyra Lisdorf-Picard aufspielte. Drei Blasorchester unterschiedlicher Sparten veranstalteten ihr Jahreskonzert – Motto: Musik verbindet – zum ersten Mal im großen Konzertsaal, der für seine besonders gute Akustik bekannt ist. Die Leitung hatte Yvonne Harig.

Yvonne Harig ist eine bemerkenswerte junge Dirigentin, die alle Sparten der SG Lyra Lisdorf-Picard mit scheinbar wenig Einsatz wunderbar zu führen versteht. Den Einstieg ins Jahreskonzert machten die Schüler des Vereins, dem Georg Harig vorsteht. Mit leichter Zunge moderierte der zweite Vereinsvorsitzende, Alexander Schmitt (Posaune), das Programm. Die zehn Schülerinnen und Schüler waren mit Leib und Seele bei der Sache, und das Engagement der Lehrkräfte aus den Reihen des Vereins ist nicht hoch genug zu loben. An der Intonation müsste wohl noch ein wenig gefeilt werden.

Laute und leise Töne

Souverän präsentierte sich das Jugendorchester mit 40 Teilnehmern. Es hatte sich bereits anspruchsvollere Literatur wie die Titelmelodie aus dem Film "Fluch der Karibik" (mit Johnny Depp ) ausgesucht. Mit Unterstützung des Schlagwerks (und ein paar "älteren" Jugendlichen an der Tuba) spielten sie sehr gut aufeinander abgestimmt und beherrschten nicht nur Takt- und Tempiwechsel, sondern auch die leisen Töne. Sowohl der Einsatz als auch die Schlussakkorde gelangen allen drei Orchestern dank des präzisen Dirigats von Yvonne Harig geradezu perfekt.

Ein Medley der Erinnerungen

Jugendorchester und auch das folgende Große Orchester , gut besetzt in allen Registern, zeigten gute Leistungen. Besonders hervor traten Friedrike Holbach und Kathrin Harig, die an der Querflöte bestens harmonierten. Mit Unterstützung des Großen Orchesters spielten sie "Celtic Flutes" von Kurt Gäble und begeisterten das Publikum.

Großen Eindruck machte das Orchester ebenso mit dem Medley "TV-Kulturabend", mit dem sie Titelmelodien zu Serien wie "Lindenstraße", "Herzblatt", "Schwarzwaldklinik" bis hin zu der von "Eurovisions"-Sendungen und weiteren ins Gedächtnis zurückriefen. Die letzten Takte des ARD-Tageschau-Trailers beendeten das anspruchsvolle Angebot an unterschiedlichen Musikstilen. Der rasche Wechsel von Tonarten, Tempi, Rhythmus, Melodik und Dynamik verlangte den Instrumentalisten einiges an Präzision ab. Mit "Ratafia" von Willy Fransen boten die Bläser, darunter ein Waldhorn, und Percussioninstrumente ein sinfonisch-konzertantes Stück.

Die "Lauberner Schnellpolka" setzte den offiziellen Schlusspunkt zu einem unterhaltsamen Konzert, das nicht nur dem Publikum, sondern auch den Ausführenden gefiel. Mit "Vielen Dank für die Blumen" bedankten sich Schüler- und das Große Orchester für den anhaltenden Applaus der Zuhörer.

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