Energie aus der Wolke

Spezialisten aus ganz Deutschland trafen sich zu einer Zukunftstagung in Saarlouis. Es ging um die Entwicklung der dezentralen Stromerzeugung beziehungsweise die Entwicklung der entsprechenden Technologie.

Wenigstens den Titel eines Vortrages bei einer Zukunftstagung auf höchstem Niveau in Saarlouis konnte der Laie begreifen: "Aus dem Energienetz das Rauschen verstehen". Ansonsten blieb die Tagung im Victor's, "Abschlussveranstaltung des Forschungsvorhabens PeerEnergyCloud bringt Energie aus der Wolke", eine Sache ebenjener Spezialisten aus ganz Deutschland, die angereist waren. Dabei ging es durchaus um eine Frage der Energieversorgung, die viele Laien angehen wird: wenn sie zum Beispiel mit Photovoltaik selbst Strom erzeugen. Wenn jede Subvention ausgelaufen ist, wenn weiter Strom auf dem Dach erzeugt wird - wie kann er verkauft werden? Eine Infrastruktur dafür, einen "Marktplatz" könnten zum Beispiel Stadtwerke anbieten, wie deren technischer Geschäftsführer Dr. Ralf Levacher erklärte.

Anders als jetzt könnte dann Strom nicht blind in das große Netz angeliefert werden, sondern gezielt zum Beispiel von einem Nachbarn zum nächsten oder übernächsten verkauft werden. Dazu braucht es einerseits eine Bedarfsprognose des Nachbarn, zum andern eine schnelle Übermittlung der Daten der Stromerzeugung auf dem Dach. Solche Datenflüsse, das Lagern von Daten in "Clouds" (Wolken), Gefahren des Missbrauchs, waren einige Themen der Tagung und des vorangegangenen Projektes des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Die Stadtwerke Saarlouis haben sich daran beteiligt und waren 2012 für ihren Beitrag ausgezeichnet worden.

Beim Konzept, "dezentral erzeugter Strom soll gleich auch dezentral verbraucht werden" haben die Stadtwerke laut Levacher bundesweit die Nase vorn. Spezialität: "Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, ein vom Internet abgekoppeltes Netz aufzubauen, das sicher ist vor Angriffen auf das Internet." Wann es "Direktverkäufe" von Strom über "Marktplätze" wie den Stadtwerken kommt, kann Levacher nicht voraussagen. Er rechnet aber damit, dass angesichts der Entwicklung der dezentralen Stromerzeugung die Technologie, die in dem Projekt entwickelt und auf der Tagung vorgestellt wurde, in etwa fünf Jahren auch zum Einsatz kommt".

Dabei geht es nicht bloß um den Handel mit Strom. Wenn Stromerzeugung und Stromverbrauch "bedarfsorientiert" abgestimmt werden können, wird laut Levacher auch kein Strom überproduziert. "Jede Kilowattstunde, die wir nicht mehr produzieren, ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll."