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Angler ärgern sich: Eine Schranke ärgert die Angler

Angler ärgern sich : Eine Schranke ärgert die Angler

Streit um Weg zum Angelplatz an der Saar in Roden geht heute in den Ausschuss.

Ein seit Monaten schwelender Streit zwischen den Vereinigten Angelfreunden Saarlouis-Ensdorf (VAF) und der Stadt Saarlouis erreicht am heutigen Mittwoch die politische Bühne. Eine Ende des letzten Jahres errichtete Schranke in Roden ist Thema im Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt (ASBU, ab 17 Uhr). Früher hatten Schilder darauf hingewiesen, dass der Weg von der Herrenstraße an die Saar gesperrt und nur für bestimmte Gruppen geöffnet sei. Trotzdem fuhren laut Stadtverwaltung viele, zu viele Autos dort her. Deswegen wurde die Schranke hingestellt. Die versperrte nun aber auch den Anglern den Weg, der zu den Angelplätzen etwa zwei Kilometer weiter führt. Im Februar wandte sich der Vorsitzende der Angelfreunde an die Stadt. Er vertrete 830 Angler, sein Verein habe die Angelstrecke bis 2030 gepachtet, und er bitte um „den Gebrauch des Weges“, wie es dem Fischereigesetz entspreche.

In der Folge, sagt der städtische Baubeigeordnete Günter Melchior, öffnet die Stadt die Schranke. Offen ist sie bis jetzt, aber das ist nicht Sinn der Sache. Es folgte eine Stellungnahme des Umweltministeriums als Fischereibehörde auf Anfrage der Stadt. Tenor: Ein Recht zum Betreten hätten die Angler, eins zum Befahren leite sich daraus nicht ab. Die Einschränkung des Autoverkehrs sei angemessen, weil der Weg ein Natura 2000-Gebiet streift. Andererseits müsse den Anglern „eine Zuwegung gewährleistet“ beiben. Dieses Schreiben wiederum nahm die Stadt im Juli zum Anlass, die Schranke „in Kürze“ wieder zu schließen zu wollen. Auf Facebook entfaltete sich ein Sturm der Entrüstung und vieler Beleidigungen. Anlass: Die Stadt hatte als Lösung angeboten, „einen Schlüssel“ an den Verein als Pächter der Angelstrecke für die Schranke auszugeben.

Zwischenzeitlich waren aus den 830 Anglern 1000 und jetzt 3500 geworden. So viele gibt zumindest Alex Sauer in einem Schreiben an die Stadt an, das der SZ vorliegt. Sauer vom Verein „Browning Fishing“ bezeichnet die Schranken-Frage als „politische Ohrfeige“ für die Angler und den Vorschlag mit dem Schlüssel als „Verspottung unseres Vorsitzenden“. Schließlich gehe es um 3500 Anglerinnen und Angler.

Gestern nun veröffentlichte die FDP Saarlouis eine „gemeinsame Resolution“ von „Vertretern des VAF“, des Fischereiverbandes Saar, des Naturschutzbundes Nabu und der FDP Saarlouis. Sie fordern darin die Stadtverwaltung auf, „mit Anglern und dem Nabu in einen konstruktiven Dialog zu treten, der bisher nicht gesucht wurde“. Die Schranke solle weg, die alte Beschilderung wieder her und das allgemeine Durchfahrtsverbot kontrolliert werden. Einen weiteren Vorschlag der Stadt, vor der Schranke einen Parkplatz für zehn Autos anzulegen, lehnt die Resolution aus Gründen des Naturschutzes ab.

Derweil wundern sich die Vertreter der Stadt. Ein allgemeines Durchfahrtsverbot müsste doch im Interesse der Angler sein, sagt der für Naturschutzgebiete zuständige Andreas Ney. Kontrollen als Mittel dazu taugten erfahrungsgemäß wenig, ergänzt Mario Natale, der das Amt für städtische Ökologie leitet. „Deswegen die Schranke.“

Von „einem Schlüssel“ als Lösung ist die Stadt laut Melchior abgerückt. Es könne schon ein Set von 20, 30 Vierkantschlüsseln sein. Angler, die zusätzlich einen Schlüssel wollten, könnten ihn ja auf eigene Kosten kaufen. Einer kostet 6,50 Euro. Das werde bei Durchfahrtsrechten etwa für Jäger oder Landwirte genauso gemacht.

Offen: Die Schranke auf dem Weg zur Saar. Foto: Thomas Seeber

„Solten wir“, hat Natale ausgerechnet, „3500 Stück bezahlen, kostete das die Stadt 22 750 Euro.“