Eine Investition in die Zukunft

Als Teilnehmer eines Pilotprojekts der Handwerkskammer hat Stefan Boudier seinen Betrieb in Sachen Energieeffizienz auf Vordermann gebracht. Zwar gab es keinerlei Zuschüsse, zufrieden ist er dennoch.

Als Edmund Boudier 1946 seine Kfz-Werkstatt baute, war von energetischen Maßnahmen noch lange nicht die Rede. Es wurden Mauern errichtet, die das Dach tragen mussten, und große, einfache Fensterscheiben sorgten für helle Räume. Im Grunde ist es heute noch immer so, bis auf die Tatsache, dass die Kosten für Energie derart angestiegen sind, dass es gilt, möglichst wenig davon zu verplempern. Das weiß auch Stefan Boudier, Sohn des Gründers, der die Edmund Boudier GmbH mittlerweile führt. 21 Beschäftigte kümmern sich zwar noch immer um Autos, mittlerweile aber viel mehr um Reparaturen von Elektromaschinen und Pumpen bis hin zu Motoren von Klimaanlagen.

Vor vier Jahren hat Stefan Boudier eine Menge Geld in die Hand genommen, um seinen Betrieb energetisch zu sanieren. "Damals ist die Handwerkskammer (HWK) mit der Frage auf mich zugekommen, ob ich an einem Pilotprojekt teilnehmen möchte", erzählt er. Ziel dabei war es, Einsparpotenziale in den Betrieben aufzudecken und die Energieeffizienz zu verbessern, um so die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Berater des Umweltzentrums der HWK nahmen den Betrieb unter die Lupe und entwickelten ein Konzept. "Ich fühlte mich sehr gut beraten und habe dann beschlossen, einige der Vorschläge umzusetzen. In dem Konzept wurde erläutert, wo sich Investitionen lohnen, und wo nicht", sagt der 53-Jährige. "Beispielsweise hätte es in keinem Verhältnis gestanden, eine große Front aus Floatglas - die dicken, grünen, milchigen Glaselemente, die sich in vielen Turnhallen finden - gegen Doppelglasfenster auszutauschen." Anders sah die Sache bei den einfach verglasten Fenstern mit Stahlrahmen aus. Sie wurden durch moderne ersetzt.

In der Kfz-Halle sorgt jetzt ein Dunkelstrahler für "angenehme, schnelle Wärme", wo vormals ein Heizlüfter zwar eine Menge Lärm, aber wenig Temperatur brachte. Viel gebracht habe auch die Dachisolierung einer weiteren Halle. Selbst ohne Heizung sei es dort im Winter nun gut zehn Grad wärmer als bislang. "Und im Sommer ist es angenehm kühl", betont Boudier, der den dicksten Brocken, 170 000 Euro, für eine Photovoltaikanlage ausgab. Insgesamt hat er 250 000 Euro investiert. Zwar wird es noch rund 16 Jahre dauern, bis "wir diese Kosten raus haben", sagt Boudier, aber dann profitiere sein Sohn Timo davon, der den Betrieb übernehmen soll.

Staatliche Zuschüsse habe er keine erhalten. "Dieser Topf hängt zu hoch. Um an die zu kommen, hätte ich viel mehr sanieren und das Doppelte ausgeben müssen." Dennoch versichert Boudier mit Blick auf den Öleinkauf der letzten Jahre: "Ich würde es noch mal machen." 14 753 Liter waren es 2008, 2013 nur 4982. "Wir sparen im Schnitt die Hälfte. Es hat sich also gelohnt."